Polizei hat keine Sicherheitsbedenken Viertes Derby gegen den VfL Osnabrück – der erste Lotter Sieg?

Von Stefan Alberti und Christian Detloff


Lotte/Osnabrück. Während die Sportfreunde Lotte am Sonntag (14 Uhr) ihre Derby-Bilanz gegen den VfL Osnabrück in der 3. Fußball-Liga mit einem Punkt und keinem Treffer in bisher drei Spielen aufpolieren wollen, streben die Lila-Weißen ihren ersten Auswärtssieg seit dem 9. September 2017 (1:0 in Aspach) an.

Wer spielt, wer fehlt? Die Personalsituation ist bei den Lottern unverändert. Ob dies auch für die Startelf gilt, lässt sich Trainer Andreas Golombek nicht entlocken. Denkbar ist die Rückkehr von Führungsspieler André Dej, der nach seiner Verletzung zuletzt zweimal auf der Bank saß. „Er hatte es nicht so gut aufgenommen, nicht sofort in die erste Elf zurückgekehrt zu sein. Sein Kopf war unten – der falsche Weg“, klärt der Coach auf. Zuletzt hätten die Trainingsleistungen aber wieder gestimmt.

Bei den Osnabrückern ist es so oft in den vergangenen Wochen: Die Startelf von Coach Daniel Thioune wird sicher nicht so aussehen wie im Spiel davor. Konstantin Engel wird von einer Rippenprellung geplagt, sein Einsatz in Lotte ist sehr fraglich. Sebastian Klaas hat immer noch mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen, konnte in dieser Woche kaum trainieren – und wird deswegen am Sonntag nicht im Kader sein.

Unter der Rubrik „Angeschlagen“ wurden am Freitag noch Marius Gersbeck, Marc Wachs und Marc Heider einsortiert, das Trio sollte am Sonntag aber wieder spielfähig sein.

Wie schätzen die Trainer den Gegner ein? „Der VfL ist wieder stabil“, urteilt Golombek, der das 0:0 der Osnabrücker am Mittwoch gegen den KSC vor dem TV verfolgte, während „Co“ Joe Laumann im Stadion saß. Aufgrund der großen personellen und taktischen Flexibilität des VfL sei kaum einzuschätzen, wie dieser auftrete. Der Trainer spricht dem Gast die Favoritenrolle zu. „Der VfL ist der viel größere Verein, viel länger in der Liga und hat sogar schon in der 2. Liga gespielt“, sagt Golombek, der davon ausgeht, dass dem VfL das Duell mit dem KSC nicht mehr in den Beinen steckt. Auch der VfL habe Respekt vor Lotte und dessen wiedergewonnener Heimstärke.

Derweil freut sich Thioune auf das Spiel, redet mit Respekt von der „erfreulichen Entwicklung“ am Lotter Kreuz – und rechnet mit kampfstarken Sportfreunden: „Wir werden auf eine Mannschaft treffen, die gerade in Heimspielen sehr dominant auftritt.

Ein Spiel wie jedes andere? Bestimmt nicht bei den Lottern angesichts der bisherigen Derbybilanz. „Meine Jungs werden bis in die Haarspitzen motiviert sein“, ist sich Golombek sicher: „Jeder bietet sich im Training an, jeder will dabei sein.“ Der SFL-Trainer hat von 1991 bis 1993 für den VfL Osnabrück gespielt und trifft nun erstmals als Trainer auf die VfL-Profis.

Auf der anderen Seite bringt es VfL-Innenverteidiger Stephen Sama auf den Punkt: „Wir schauen nicht auf den Gegner, für mich ist es einfach nur ein Drei-Punkte-Spiel.“ Vielleicht hilft es dem zuletzt auswärtsschwachen VfL, dass die Vorbereitung auf das Derby im Heimspiel-Modus erfolgt. Also: Anreise am Spieltag und keine vorherige Hotelübernachtung. Thioune: „Wir wollen gewinnen und im Optimalfall in der Tabelle an Lotte vorbeiziehen.“

War sonst noch etwas? Ja. Thioune spricht nicht von einem Hühnchen, was noch zu rupfen ist. Aber diese Geschichte hat er sofort präsent: Lottes heutiger Co-Trainer Laumann habe ihn damals bei Rot-Weiß Ahlen im Sturm verdrängt: „Er kam von Schalke und zerschoss in der Vorbereitung sämtliche Tornetze. Coach Bernard Dietz hat mich deswegen darum gebeten, auf der Sechs zu spielen.“

Wie steht es um Sicherheit und Tickets? Die Polizei hat keine Sicherheitsbedenken geäußert. Alle Sitzplatztickets sind ausverkauft, Stehplatztickets indes noch in ausreichender Menge für die Fans beider Teams vorhanden. Die Tageskassen öffnen um 12.30 Uhr. Acht bis zehn Shuttlebusse starten ab 12.30 Uhr am Neumarkt nach Lotte (4 Euro für Hin- und Rückfahrt). Bei Bedarf fahren Busse ein zweites Mal den Neumarkt an.

Und wie geht’s nun aus? Es wird ein Derby mit Rasse, Klasse und einem Führungswechsel. Am Ende steht ein 2:2, das beiden im Kampf um den Klassenerhalt hilft.


Sonntag, 18. Februar 2018, 14 Uhr (25. Spieltag): SF Lotte - VfL Osnabrück

So könnten sie spielen:

SF Lotte: 30 Fernandez – 23 Langlitz, 5 Rahn, 16 Straith, 2 Schulze – 3 Wendel, 15 Heyer – 24 Lindner, 8 Dej, 19 Freiberger – 11 Oesterhelweg.

Lotte-Reserve: 33 Zummack (Tor), 4 Rossmann, 9 Facklam, 14 Hober, 20 Pires-Rodrigues, 29 Wegner, 28 Putze.

In Lotte fehlen: Haitz (Hüfte), Neidhart (Kahnbeinbruch), Piossek (Reha/Achillessehnenriss), Gorschlüter (Hüfte), Rosinger (Rotsperre), Hohnstedt, Atalan, Brock, Buchholz (alle nicht im Kader).

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck – 7 Renneke, 17 Sušac, 37 Sama, 16 Wachs – 10 Groß, 13 Danneberg – 15 Reimerink, 25 Iyoha – 20 Heider, 11 Álvarez.

VfL-Reserve: 1 Paterok (Tor), 4 Appiah, 8 Sen, 14 Arslan, 19 Steffen Tigges, 27 Falkenberg, 29 Krasniqi.

Beim VfL fehlen: Klaas (Oberschenkelprobleme), Engel (Rippenprellung), Dercho (Reha/OP am Sprunggelenk), Savran (Innenbandriss, Knorpelschaden), Bickel (Aufbautraining), Leon Tigges, Ruschmeier, Zorba, Möller, Kristo (nicht im Kader).

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz). Der 35-Jährige leitete auch das letzte Aufeinandertreffen beider Teams in Lotte (0:0 am 29. April 2017).

Zuschauer: 7000 , davon etwa 4000 aus Osnabrück.

Liveticker: www.noz.de/sfl und www.noz.de/vfl. – Livestream: telekom-sport.de (nur für Abonnenten).

Nächstes Lotte-Spiel: Am Samstag (24. Februar, 14 Uhr) bei der Spvg. Unterhaching.

Nächstes VfL-Spiel: Am Samstag (24. Februar, 14 Uhr) gegen Sonnenhof Großaspach.