Freiberger sticht in ungewohnter Rolle Sportfreunde Lotte schlagen VfR Aalen mit 2:0

Von Christian Detloff und Christian Hesse


det/hech Lotte. Einen wichtigen Schritt gen Klassenerhalt machte Fußball-Drittligist Sportfreunde Lotte mit dem hochverdienten 2:0 (1:0)-Heimsieg über den erschreckend harmlosen VfR Aalen. Es war die passende Wiedergutmachung für die herbe 0:5-Abfuhr der Vorwoche beim SC Paderborn.

SFL-Trainer Andreas Golombek hatte eine Umstellung vorgenommen – und die stach: In der Sturmmitte ersetzte Kevin Freiberger den rotgesperrten Bernd Rosinger. Auf ungewohnter Position hatte der 29-Jährige keinerlei Anpassungsprobleme und sorgte für die wichtige 1:0-Führung. Mit dem fünften Heimsieg erhöhte Lotte den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf beruhigende elf Zähler.

Nach einer längeren Abtastphase erreichten die Gastgeber mit erhöhtem Pressing als erste Betriebstemperatur. Erst legte Alexander Langlitz sich nach einem fulminanten Solo über mehr als halben Platz den Ball etwas zu weit vor (12.), dann nutzte Maximilian Oesterhelweg einen Fehler von Robert Müller freistehend nicht aus (13.). Doch aller guten Dinge waren drei, mit der nächsten Chance gingen die Sportfreunde per Bilderbuchkonter in Front. Adam Straith eroberte hinten den Ball, den Kevin Pires-Rodrigues behauptete und auf Oesterhelweg weiterleitete. Der Linksaußen legte nach einem Doppelpass mit Jaroslaw Lindner präzise ab auf Freiberger. Der Aushilfs-Mittelstürmer umkurvte mit großem Schwung Torwart Daniel Bernhardt und schob zum 1:0 (15.) ins leere Tor ein.

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Lotte blieb am Drücker, die behäbige Aalener Innenverteidigung wirkte in dieser Phase überfordert. Fast hätte Freiberger sogar auf 2:0 erhöht, doch beim Versuch, den Keeper nach einer Langlitz-Vorlage erneut zu umkurven, trieb er etwas zu weit ab (24.). Gar fahrlässig ging Moritz Heyer nach Pässen von Langlitz und Freiberger frei vor dem Tor mit seiner Großchance um. Aus zehn Metern zirkelte er den Ball über das Gehäuse (30.) – das hätte spätestens der beruhigende zweite Treffer der mit hohem Tempo drückend überlegenen Hausherren sein müssen. Wenn sich die früh attackierenden Lotter einen Vorwurf gefallen lassen musste, dann den, das Spiel nicht vorzeitig vorentschieden zu haben.

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Nach der Pause ließen es die Sportfreunde etwas gemächlicher angehen. Um die Führung richtig zittern mussten sie allerdings nicht, denn die Aalener ließen weiter jede Entschlossenheit vermissen und spielten sich keine echte Großchance heraus. So entwickelte sich ein lange chancenarmer zweiter Abschnitt.

Doch dann läutete der Schuss des unermüdlichen Langlitz aus der zweiten Reihe, der knapp am langen Pfosten vorbeistrich (72.), die entscheidende Lotter zweite Drangphase ein. Nach einer Flanke von Oesterhelweg klärte Müller nicht entscheidend. Oesterhelweg drosch das Leder von der Sechzehnmeterlinie fulminant in die Maschen – da war sie endlich, die Entscheidung (75.).

Frei aufs Tor zulaufend, traf Freiberger nur den langen Innenpfosten (78.). Aalen hatte sich nun endgültig aufgegeben, Lotte das 0:5 in Paderborn vergessen gemacht.


23. Spieltag: SF Lotte - VfR Aalen 2:0 (1:0)

SF Lotte: 30 Fernandez – 23 Langlitz, 5 Rahn, 16 Straith, 2 Schulze – 3 Wendel, 15 Heyer – 24 Lindner (86. 28 Putze, 20 Pires-Rodrigues (76. 14 Hober), 11 Oesterhelweg – 19 Freiberger.

In Reserve: 33 Zummack (ETW), 4 Rossmann, 8 Dej, 9 Facklam.

Es fehlten: Haitz (Hüftgelenk), Neidhart (Kahnbeinbruch), Piossek (Reha nach Achillessehnenriss), Gorschlüter (Hüfte), Rosinger (Rotsperre), Atalan, Brock, Buchholz, Hohnstedt (alle nicht im Kader).

VfR Aalen: 1 Bernhardt – 16 Geyer, 18 Müller, 33 Rehfeldt, 21 Schulze (70. 13 Wegkamp) – 19 Welzmüller – 17 Traut, 8 Lämmel (46. 27 Bär), 6 Preißinger (83. 25 Stanese), 10 Morys – 24 Schnellbacher.

Tore: 1:0 Freiberger (15., nach Vorarbeit von Oesterhelweg und Lindner), 2:0 Oesterhelweg (74., Direktabnahme aus 16 Metern).

Gelb: 68. Pires-Rodrigues (3. Verwarnung)/19. Preißinger, 57. Traut, 61. Welzmüller, 85. Bär.

Schiedsrichter: Nicolas Winter (Scheibenhardt) hatte eine starke Ausstrahlung, griff früh ein und trug mit einem fehlerfreien Auftritt zum fairen Spiel bei.

Zuschauer: 1340, davon 35 aus Aalen.

Nächstes Spiel: Am Samstag (10. Februar, 14 Uhr) bei Carl Zeiss Jena; am Sonntag (18. Februar, 14 Uhr) gegen den VfL Osnabrück.