„Geht nicht spurlos an mir vorbei“ SF Lotte: Verletzter Haitz nach einem Jahr noch ohne Einsatz

Schwere Zeit: Lottes Tobias Haitz. Foto: Manfred MrugallaSchwere Zeit: Lottes Tobias Haitz. Foto: Manfred Mrugalla

Lotte. Vor einem Jahr hatte Tobias Haitz einen Eineinhalbjahresvertrag beim Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte unterzeichnet. „Ich hatte mich damals unheimlich über den Sprung in die 3. Liga gefreut“, sagt der Zugang vom Regionalligisten Alemannia Aachen. Dass er seitdem noch keine Spielpraxis sammeln konnte, nennt er „eine Katastrophe. Ich müsste lügen, um zu sagen: Das geht spurlos an mit vorbei.“

Das Dilemma fing bei der Generalprobe der damaligen Lotter Wintervorbereitung gegen Hannover 96 an. Haitz hatte beim Aufwärmen vor allem bei den Sprintübungen Probleme. Sein geplanter Einstand für Lotte fiel also aus. Es stellte sich später heraus, dass eine Verletzung in seinem letzten Punktspiel am 10. Dezember 2016 für die Alemannia von Ärzten einer Aachener Klinik falsch diagnostiziert worden war. „Es wurde davon ausgegangen, dass ich eine Muskelzerrung im Oberschenkel hatte.“ Entsprechend nahmen Haitz und Lotte vor dem Test gegen Hannover fälschlicherweise an, dass die Verletzung auskuriert sei. Tatsächlich litt Haitz aber unter einem Riss in der Gelenklippe des Hüftgelenks.

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Nach der nötigen Operation im Februar an der Hüfte hatte Lotte mit einer viermonatigen Pause des mittlerweile 25-Jährigen gerechnet. „Die Ärzte sagten mir, dass es – wenn es schlecht läuft – maximal sechs Monate dauern würde, bis ich wieder voll trainieren kann. Dass die Verletzung dann aber solch langwierige Auswirkungen hat, hätte ich nie erwartet“, so der entsprechend geknickte Aachener.

Mitte März begann der Innenverteidiger die Reha, erst in seiner Aachener Heimat, seit Juni in einer Rehaklinik in Heerlen (Niederlande). „Es gab öfters Phasen, da lief meine Reha richtig gut. Doch wenn ich die letzten Schritte vor der Rückkehr ins Training machen wollte, gab es stets Rückschläge“, so Haitz.

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Fünf bis sechs Stunden verbringt Haitz täglich in der Reha. Zahlreiche Untersuchen und Therapien hat der Abwehrspieler seitdem durchlaufen, viele Mediziner in den letzten Monaten kontaktiert. Sagen konnte ihm aber bislang niemand konkret, warum sich die Rekonvaleszenz derart schwierig gestaltet.

„Ich vermisse den Fußball und den Mannschaftssport. Es fällt mir schwer, wenn ich meinen Kollegen bei den Heimspielen zugucken muss“, sagt Haitz: Mit Co-Trainer Joe Laumann, Physiotherapeutin Melanie Hubert und Tim Gorschlüter steht er regelmäßig in Kontakt. „Auch die übrigen Mitspieler nehmen Anteil an meiner Verletzung. Das ist nicht selbstverständlich, wo ich noch kein Spiel für Lotte absolviert habe. Auch das zeigt, dass wir eine charakterlich starke Truppe haben.“

Eigentlich wollte der unter anderem bei Bayer Leverkusen ausgebildete Fußballer in Lotte bereits den nächsten Karriereschritt gemacht haben. Nach seiner Zeit für Bayer spielte er zwei Jahre für NEC Nijmegen (10 Einsätze in der höchsten niederländischen Spielklasse). Eine Saison bei Viktoria Köln und eine halbe in Aachen folgten.

„Ich habe den festen Willen, noch für Lotte aufzulaufen“, betont Haitz, der in Leverkusen bereits als A-Jugendlicher drei Monate in der Bundesligamannschaft unter Trainer Jupp Heynckes mittrainiert hatte und in zwei Erstligapartien auf der Bank saß: „Es ist ja auch für den Verein eine unschöne Situation, dass ich bislang noch nicht meinen Aufgaben nachgehen konnte“, sagt Haitz: „Ich werde alles tun, damit sich das noch ändert.“


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