Zweiter Fall für Mücke und Schafffert „Tatort“ heute aus Erfurt: „Der Maulwurf“ ist spannend

Von Joachim Schmitz | 21.12.2014, 08:00 Uhr

Der „Tatort“ kommt heute (ARD, 20.15 Uhr) aus Erfurt: „Der Maulwurf“ ist der zweite Fall des jüngsten Tatort-Teams um Friedrich Mücke.

Da sind sie ja wieder, die jüngsten Ermittler der „Tatort“-Geschichte. Über 13 Monate ist es her, dass Alina Levshin, Friedrich Mücke und Benjamin (!) Kramme ihren Einstand in Erfurt gaben und gleich deutlich über zehn Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockten. Dass eine derartig lange Pause nach dem Debüt nicht gerade gut für die Bindung zum Publikum ist, wird man bei der ARD niemandem erzählen müssen – doch das ist eben der Preis für die neue Team-Flut des Erfolgsformats. (Weiterlesen: Was hat sich seit dem peinlichen Debüt im Erfurter „Tatort“ geändert? Fakten zum Fall.) 

Gerade der MDR legt sich bei der Verjüngung des Krimi-Klassikers seit einiger Zeit ganz besonders ins Zeug: Nach dem zweiten Auftritt des Erfurter Teams wird es schon am Neujahrstag auch den zweiten Fall für Nora Tschirner und Christian Ulmen in Erfurts Nachbarstadt Weimar geben: Dann heißt es „Der Irre Iwan“. Immerhin: Der zweite Fall in Erfurt bringt eine deutliche Steigerung – auch weil er sich nicht so sehr wie der erste beim jungen Publikum anbiedert. Als ein inhaftierter Rotlichtkönig die Beerdigung seines Vaters zur Flucht nutzt und dabei einen Polizisten erschießt, gerät die Erfurter Kripo unter Druck. Nicht nur wegen dieser Panne, sondern auch, weil der Gangster offenbar den Polizisten nach dem Leben trachtet, die ihn seinerzeit hinter Gitter gebracht hatten. Kurz darauf verschwindet die Chefin des Jungspund-Trios. Als alte Hasen überzeugen sowohl Kirsten Block als Kriminaldirektorin Petra „Fritze“ Fritzenberger wie auch Christian Redl als Kriminaldirektor Volker Römhild. Und auch Oliver Stokowski als suspendierter Ex-Polizist spielt eine interessante Rolle. So weit, so klassisch. Gleichwohl hat Regisseur Johannes Grieser aus diesem Stoff einen durchaus spannenden Krimi gebaut. Dessen Auflösung könnten alte Hasen allerdings schon nach einer Stunde wittern. Aber die gehören ja auch nicht unbedingt zur ersten Zielgruppe des Erfurter „Tatorts“, von dem sicher auch die älteren Zuschauer gerne mehr und in kürzeren Abständen sehen würden.

Wertung: 4 von 6 Sternen