Hängepartie im Hangar Bewegend: Arte zeigt heute Abend Flüchtlinge im "Zentralflughafen THF"

Von Tobias Sunderdiek | 25.06.2019, 09:00 Uhr

Im Transit: Im Berliner "Zentralflughafen THF" sind Kriegsflüchtlinge untergebracht. Eine Langzeitdoku beobachtet sie.

Stillstand und emsiges Treiben, Langeweile und Schicksalsschläge. Flughäfen waren schon immer Orte, wo Gegensätze aufeinander prallten. Und der Berliner „Zentralflughafen“ Tempelhof ist da keine Ausnahme. Selbst wenn der Lande- und Startverkehr darauf seit Jahren eingestellt ist. Denn dort befindet sich ein Lager für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten wie Afghanistan, der Ukraine oder Syrien.

So wie der erst zwanzigjährige Ibrahim, den der brasilianische Regisseur Karim Aïnouz für diese Betrachtung ein Jahr lang begleitete. Während sich auf dem Tempelhofer Flugplatzgelände Berliner ihren Hobbys hingeben, findet im Innern der großen Halle der Alltag eines Asylsuchenden statt. Da sind etwa Behördengänge, Sprachkurse und Impfungen beim Arzt zu bewältigen, oder es findet auch mal ein Kinderfest statt. Aïnouz, der für diesen Film den Amnesty International-Preis auf der Berlinale erhielt, ist hier eine ruhig beobachtete Langzeitbeobachtung gelungen, die zugleich mitfühlend wie unaufgeregt wirkt.

Eine wunderbares, nie langweiliges Werk, der als Teil des Arte- Dokumentarfilmfestivals „Ohne Grenzen“ einen dezenten Blick auf ein Thema wirft, dass leider oft nur in Form von Schlagzeilen oder Kurznachrichten wahrgenommen wird.

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Arte, Diensttag, 25. 6. 2019; 23.00 Uhr: „Zentralflughafen THF“.

TEASER-FOTO: