Am Donnerstag im Fernsehen Doku und Diskussion: Palliativmedizin und selbstbestimmtes Sterben

Von Susanne Haverkamp | 18.02.2021, 07:00 Uhr

Mit Hilfe der Palliativmedizin selbstbestimmt sterben. Darum geht es in der Doku "WissenHoch2" und der anschließenden Diskussion mit Gerd Scobel.

Wer die Worte „selbstbestimmt sterben“ hört, denkt meist an das Recht, sich auf eigenen Wunsch tödliche Medikamente verabreichen zu lassen. Darum geht es in diesem Film aber nicht. Eher darum, bis zum Schluss selbstbestimmt zu leben – mit Hilfe der Palliativmedizin.

Frank Desens, 47, ist ein Beispiel. Nach zweieinhalb Jahren Krebstherapie hat er im Sommer auf pallitiav umgestellt. „Erst war es ein Schock“, sagt er. Allein das Wort klinge nach: „Es geht zu Ende.“ Tut es auch, aber vorher erfüllt sich Frank Desens noch Wünsche, zum Beispiel einen Seilbahnflug über eine Talsperre. Oder einen Angelurlaub in Polen. Unterstützt werden er und seine Frau von einem ambulanten Palliativteam, medizinisch und emotional. „Wir haben uns versöhnt“, sagen beide. „Wir leben jetzt mit dem, was kommt.“

Der Film macht anschaulich, was Palliativmedizin heißt, ambulant oder stationär wie in einem Offenbacher Krankenhaus. Dort erleichtern Kunst und Musik, Schmerzmittel und Physio, Humor und ein Therapiehund die letzten Tage, Wochen oder Monate. „Liebevolles Unterlassen“ nennen es Ärzte, wenn auf Hochleistungsmedizin zum Wohle der Lebensqualität verzichtet wird. So kann Sterben gelingen.

Fünf von sechs Sternen

WissenHoch2: Hoffnung Palliativmedizin – selbstbestimmt sterben. Wissenschaftsdoku mit anschließender Diskussion. Am Donnerstag, 18. Februar 2021, um 20.15 Uhr bei 3sat

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