Ulli-Eklat bei Let‘s Dance 2016 Ulli Potofski: Ich kriege Hass-Mails wegen „Let‘s Dance“

Von Daniel Benedict | 13.05.2016, 20:51 Uhr

Der „Let’s Dance 2016“-Kandidat Ulli Potofski kriegt Hass-Mails. Im Interview spricht er über die Folgen seines Gag-Auftritts mit Kathin Menzinger und dem Ersatztänzer Vadim Garbuzov.

Ulli Potofski hat in der achten Show von „Let‘s Dance 2016“ das Tanzen verweigert – und ist trotzdem weiter. Auf Kosten von Alessandra Meyer-Wölden, die bei größerem Einsatz rausgeflogen ist. Bei Facebook und auch per Mail lassen erzürnte Fans jetzt ihren Gefühlen freien Lauf. Im Interview äußert sich Ulli Potofski dazu. (Hier haben wir die Facebook-Reaktionen auf Potofskis Tanz zusammengefasst)

 Herr Potofski, Ihren Wunsch, bei „Let’s Dance“ rausgewählt zu werden, habe ich lange für Koketterie gehalten. Nach dem Auftritt mit dem Ersatztänzer Vadim Garbuzov glaube ich es. Zu Recht?

Es war nie Koketterie. „Let’s Dance“ war lustig. Aber seit Wochen gehen Tänzer, die besser sind als ich; aus sportlicher Sicht wäre es nur gerecht, wenn ich gehen müsste. Andererseits: Ich bin der Schutzpatron der schlechten Tänzer. Warum soll das nicht honoriert werden?

 Hier lesen Sie den Live-Bericht zum Ulli-Eklat bei „Let‘s Dance 2016“

 Bei Facebook fordern jetzt viele Fans, dass Sie deshalb freiwillig ausscheiden sollten. Machen Sie das?

Ich hatte schon am Freitag darüber nachgedacht; und von einem bestimmten Standpunkt aus, wäre es fair zu verzichten. Es gab aber pragmatische Gründe, es nicht zu machen. Ich bin vor allem geblieben, weil es eine Bloßstellung von Sandy Meyer-Wölden gewesen wäre, sie als Kandidatin von Ullis Gnaden weitertanzen zu lassen. (Sarah weint, Ekaterina weint, Erich trickst Victoria an die Spitze: Die 10. „Let‘s Dance“-Show in der Kritik)

 Können Sie Ihren Auftritt nächste Woche noch steigern? Oder sagen Sie doch noch ab?

Es gibt bei solchen Shows Verträge. Mehr will ich dazu jetzt gar nicht sagen. Wenn ich der Produzent wäre, würde ich auch versuchen, eine Figur wie mich so lange wie möglich durchzuschleppen. Das ist aber nicht so leicht. Man darf die Figur auch nicht beschädigen. Eigentlich wäre der letzte Auftritt von mir das logische Ende gewesen. Meine Geschichte ist auserzählt, es reicht. Jetzt sollten die anderen tanzen. Aber ich bin noch dabei – und selbst gespannt, was wir am Freitag aufs Parkett bringen werden.

 So beurteilt Ex-Juror Michael Hull die letzte Ausgabe von „Let‘s Dance 2016“

 Wie hart werden Sie trainieren?

Warum soll ich fünf Tage trainieren, wenn es mich nicht besser macht – und auf gar keinen Fall auch nur ansatzweise in die Nähe der anderen Tänzer bringt?

 Tatsächlich steht Alessandra Meyer-Wölden auch jetzt schon dumm da: Nach der Entscheidung des Publikums hat sie Schwarz auf Weiß, dass die Zuschauer sie langweilig finden, egal wie sie tanzt.

So hart würde ich das nicht ausdrücken. Ich bin weitergekommen, weil ich polarisiere. So funktionieren Shows, vor allem im Privatfernsehen natürlich. Und wir alle wissen, in was für eine Situation wir uns begeben. Wir riskieren, dass die Menschen uns am Ende nicht mögen. Ich kenne die Mechanismen; ich habe das alles erlebt. Aber es überrascht mich immer wieder. Ich überlege gerade, ob ich meine Erfahrungen zu einem kleinen Manuskript zusammenfassen soll, als Sachbuch über das Privatfernsehen. Wissen Sie, wie solche Abstimmungen wie die für mich jetzt, vor 50 Jahren gemacht wurden?

 Wie?

Da wurden die Zuschauer zweier gleich großer Städte gebeten, die Klospülung zu betätigen. Die Zustimmung wurde am Wasserverbrauch gemessen.

 Ihre Tanzverweigerung war wie eine Einladung ans Publikum, Sie abzuwählen. Dass Sie nun trotzdem weiter sind, dürfte den Zorn der Fans erst richtig angefacht haben.

Und das verstehe ich eben nicht. Ich verstehe jeden, der fordert, dass ich gehe. Und ich verstehe genauso die Leute, die mich gern weiter sehen wollen – und die bei der Abstimmung den Ausschlag gegeben hatten. Das Publikum ist manchmal merkwürdig. Was ich nicht verstehe, ist der Hass. Meine E-Mail-Adresse ist leicht rauszufinden, und heute Morgen hatte ich eine beträchtliche Anzahl von Hass-Mails im Postfach. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin auch ein Mensch mit Gefühlen. Und eine Fernsehshow ist das Banalste von der Welt – wieso löst das so starke Emotionen aus? Es geht um nichts.

 Ein bisschen geht’s immerhin um Geld. In der ersten Show hatten Sie das selbst angesprochen – und sind rausgeflogen. Als sie zurückkamen, haben Sie dann öffentlich Geld gespendet. War das nur Imagepflege?

Nein, die Spende war mir wirklich ein Anliegen. Und meine Bemerkung über das gute Honorar von RTL auch. Der finanzielle Aspekt liegt bei der Teilnahme an einer Fernseh-Show doch auf der Hand. Es wäre ungerecht, wenn man für diese schlichte Wahrheit abgestraft würde. Ich sehe überhaupt nicht ein, wieso ich dafür Buße tun sollte.

 Alle Bestleistungen, Fehlurteile und Kuriositäten der Show finden Sie in unserem Blog zu „Let‘s Dance 2016“.