Überraschende Wendung „Open Sea“ auf Tele 5 – ein Plagiat?

Von Frank Jürgens | 29.07.2014, 08:00 Uhr

Der leidlich spannende Film „Open Sea“ (Tele5, Dienstag 29. Juli, 22.25 Uhr) rettet sich mit einer überraschenden Wendung vor einem deutlichen Plagiatsverdacht.

So eine Segeljacht kann ganz schön groß wirken, wenn alle Leute über Bord springen und erst dann bemerken, dass niemand die verdammte Badeleiter heruntergelassen hat. Nun ist guter Rat teuer – wenn man nicht zufällig das passende Bergsteigerwerkzeug in der Badehose hat, mit dessen Hilfe man das Boot erklimmen könnte. Ansonsten drohen böse Konsequenzen, wie zuletzt in „Open Water 2“ zu sehen war.

Der spanische TV-Film „La Piel Azul – Open Sea“ wirkt da wie ein ziemlich freches Plagiat. Hier sind es drei Männer und vier Frauen, die sich auf der Jacht von Germáns (Miguel Angel Munoz) Papi auf dem Mittelmeer vergnügen wollen. Dummerweise plumpsen nicht nur alle Passagiere ins Wasser, sondern auch besagte Leiter. Und so nimmt der Film von Regisseur Gonzalo López-Gallego („Apollo 18“) und Drehbuchautor Nacho Faerna seinen erwartbaren Verlauf. Die Verzweiflung der mutmaßlich Ertrinkenden wächst, die Bedrohung steigert sich ins Existenzielle.

Aber im letzten Drittel nimmt „Open Sea“ dann doch eine überraschende, im Grunde genommen gar nicht so abwegige Wendung, der sogar ein gesellschaftskritisches Spannungselement innewohnt. Leider scheitert das Drehbuch mit der psychologisch unausgereiften Ausarbeitung der Figuren.

Wertung: 3 von 6 Sternen