TV-Kritik: 37° Auch Geschwister trauern und leiden

Von Marie-Luise Braun, Marie-Luise Braun | 07.06.2016, 09:12 Uhr

Wie Jugendliche mit dem Tod von Geschwistern umgehen, zeigt der Film „Das Zimmer meines Bruders. Wenn Geschwister trauern“ am 7. Juni, 22.15 Uhr, ZDF.

Den Eltern gegenüber zeigen sie zumeist eine große Stärke: Kinder, deren Bruder oder Schwester gestorben ist, versuchen oft, ihrer Mutter und ihrem Vater nicht zur Last zu fallen und ihre Trauer nicht zu zeigen. Manche trösten sogar ihre trauernden Eltern, obwohl sie selbst Trost bräuchten. Nur: Danach, wie es ihnen geht, was der Verlust für sie bedeutet, fragen die wenigsten. Zumeist dreht sich auch die Sorge von Familie und Freunden um die Trauer der Eltern.

Was in Jugendlichen vorgeht, die um ihre Geschwister trauern, zeigen Caroline Haertel und Mirjana Momirovic in dem Film „Das Zimmer meines Bruders“ behutsam auf. Sie folgen ihnen bei Ritualen, die sie an Bruder und Schwester erinnern und lassen sie mit ihren Gedanken und Erlebnissen zu Wort kommen. Deutlich wird, dass es nur wenige Hilfsangebote für trauernde Geschwister gibt.

Haertel und Momirovic weisen darauf hin, dass Hilfe auch von außen kommen kann. Was aber fehlt ist der Hinweis darauf, dass Pfarrer, Bestatter oder Ärzte trauernde Mütter und Väter darauf hinweisen können, dass ihr verbleibendes Kind auch Unterstützung braucht. So könnte organisiert werden, dass andere Familienmitglieder oder Freunde das Kind auffangen und mit ihm über Themen sprechen, die es seinen Eltern zunächst nicht teilen kann oder möchte.