Ab Donnerstag live im TV The Masked Singer: Warum versteckt ProSieben seine Stars?

Von Daniel Benedict | 27.06.2019, 02:01 Uhr

ProSieben holt zehn Stars auf die Show-Bühne – und verrät nicht, welche. Worum geht‘s bei „The Masked Singer“?

Woche für Woche in stickigen Ganzkörper-Kostümen herumzukaspern, ist eigentlich eine Aufgabe für unterbezahlte Minijobber. In der US-Version von „The Masked Singer“ nehmen Superstars die Last auf sich. La Toya Jackson beispielsweise stand sieben Wochen lang als Alien auf der Bühne. NSYNC-Sänger Joey Fatone hielt als Riesenhase volle zwei Monate durch, genauso lang wie Gladys Knight. Mit ihren 75 Jahren mutete die siebenfach Grammy-prämierte „Empress of Soul“ sich eine späte Karriere als Show-Biene zu.

The Masked Singer: Oktopus enttarnt – lag‘s an der Maske?

Koreanischer Karneval

Der hochkarätige Karneval ist Kern eines Show-Konzeps, das Gesangswettbewerb und „Was bin ich“ kreuzt – und beides auf den aktuellen Stand der TV-Unterhaltung bringt. In der deutschen Ausgabe führen jetzt zehn Promis ihre Gesangskünste vor – was nicht heißt, dass alles professionelle Musiker wären. Im US-Pendant steckten auch Football-Stars im Kostüm. Anhand von Stimme und Einspielern mit versteckten Hinweisen versucht ein Rateteam die Identität der Promis zu erraten: Neben Collien Ulmen-Fernandes, Ruth Moschner und Max Giesinger ist das ein wöchentlich wechselnder Gast – beim Auftakt Rea Garvey. Die Zuschauer wiederum bewerten die Qualität der Auftritte; wer die wenigsten Stimmen bekommt, wird zur Strafe am Ende des Abends enttarnt.

Die Idee stammt aus Südkorea, wo das Format es unter dem Namen „King of Mask Singer“ schon auf fünf Staffeln bringt. In den USA lief das Finale im Frühjahr vor über elf Millionen Zuschauern. Eine zweite Staffel wurde noch für den Herbst angekündigt. Inzwischen wurde „The Masked Singer“ auch nach Frankreich, China, Thailand, Indonesien und Vietnam verkauft. ProSieben betont dabei, die Show als erster Sender live auszustrahlen – eine Maßnahme, die nicht nur den Spaß erhöht, sondern auch das Risiko einer vorzeitigen Enttarnung minimiert. Bislang, heißt es vom Sender, wissen nur acht Menschen, welche Stars in Deutschland antreten. Einer der Eingeweihten ist der Moderator des Formats, Matthias Opdenhövel: „Ich schweige wie ein Grab“, lässt er mitteilen. „Selbst meine Familie und Kinder wissen nix, obwohl sie mich schon die ganze Zeit löchern.“ Im Falle einer Aufzeichnung müsste ein ganzes Produktionsteam diese übermenschliche Diskretion aufbringen.

Die „Bild“ nennt Namen – ProSieben freut‘s

Und trotzdem will die „Bild“ schon vor der Premiere den ersten Promi erkannt haben. Das Blatt vermutet unter einer der Masken Daniel Aminati, den ProSieben-Moderator und einstigen Boygroup-Sänger. Senderchef Daniel Rosemann ärgert sich darüber nicht –im Gegenteil: „Wenn Namen kursieren, dann läuft das Spiel“, wird er im Fachportal „Quotenmeter.de“ zitiert. „Das ist gut so, das gehört dazu.“ Tatsächlich zielt die ganze Show darauf ab, das Rätselspiel als Tagesgespräch zu etablieren; und der Sender arbeitet schon kräftig darauf hin.

Seit Wochen sitzen in ProSieben-Shows Vermummte im Publikum, auf deren Kapuzenpulli „Don’t Talk To Me“ steht. Der Slogan ist ein Erkennungszeichen von „The Masked Singer“ – und Teil einer Produktlinie, die schon jetzt im Online-Shop zur Sendung angeboten wird. Während der Ausstrahlung sind die Fans dann aufgefordert, selbst über die Undercover-Sänger zu spekulieren. Die besten Vermutungen werden in die Show weitergereicht. Damit das Spiel auch im Internet weitergeht, werden auf „ProSieben.de“ zusätzliche Indizien gestreut. Unter Namen wie #MaskedSingerAstronaut oder #MaskedSingerEichhörnchen sind bereits Instagram-Accounts eingerichtet. Für das Videoportal TikTok werden zusätzliche Inhalte angekündigt; einen YouTube-Kanal soll es auch geben. Wenn alles gutgeht, wird „The Masked Singer“ mit alldem zum TV-Sommerhit. Wenn nicht, ist ProSieben zumindest mit der Anzahl der Episoden vorsichtig geblieben. Während die Show in Südkorea mit 22 Folgen und in den USA mit zehn startete, sind es hierzulande erstmal sechs.

„The Masked Singer“, ab 27. Juni 2019, donnerstags um 20.15 Uhr auf ProSieben und dem hauseigenen Streamingdienst Joyn.

Tickets für die Show gibt es unter http://tickets.endemolshine.de.

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