Starker Stoff – viele Dialoge Arte-Krimi „Für immer ein Mörder“: Zurück in die DDR

Von Joachim Schmitz | 18.07.2014, 07:45 Uhr

Ein Mädchenmord in der DDR des Jahres 1985 beschäftigt im Arte-Krimi „Für immer ein Mörder“ Ermittler im wiedervereinten Deutschland.

Die Bilder zu Beginn dieses Films sind beklemmend: In einem Eisenacher Knast reißt ein Häftling die Befestigung einer Wasserleitung aus der Wand und rammt sich eine lange Schraube in die Pulsader. Der Mann ist wegen Mordes verurteilt, er überlebt den Suizidversuch, wird in einem Wiederaufnahmeverfahren sogar freigesprochen – und bleibt doch in den Köpfen seiner Mitmenschen für immer ein Mörder , während der wahre Täter weiter auf freiem Fuß ist.

Das war 1985, zu DDR-Zeiten. Weiter geht’s 15 Jahre später im wiedervereinigten Deutschland. Eine junge Kommissarin (Teresa Weißbach) wird aus Frankfurt/Main nach Eisenach versetzt und soll zusammen mit ihrem Kollegen (Hinnerk Schönemann) den alten ungelösten Fall noch einmal aufrollen. Schnell erkennen sie die Manipulationen, die es damals gab, den Musiker und Schwerenöter hinter Gitter brachten und selbst nach dem Freispruch in seinem Heimatort isolierten.

Ein starker Stoff, der leider nicht durchgehend gut umgesetzt wird. Denn das Stück über den Zusammenhalt alter DDR-Kader auch nach der Wende ist zu einem Film geworden, der zu viel erklären muss und dies über endlose Dialoge bewerkstelligt.

r immer ein Mörder - Arte, Freitag, 18. Juli, 20.15 Uhr

Wertung: 4 von 6 Sternen