So., 20.10., 20.15 Uhr, ARD „Tatort“ aus Münster – Ausnahmsweise kein Klamauk

Von Joachim Schmitz | 20.10.2013, 11:00 Uhr

Kein Klamauk im Tatort aus Münster? Ja, das gibt es – in „Die chinesische Prinzessin“ am Sonntag, 20. Oktober. Richtig gut ist der Film trotzdem nicht.

Ungewöhnlicher Auftakt für einen Münster-„Tatort“: Kein Witzchen, kein Mätzchen – ein Mord! Ein paar Chinesen jagen einen Landsmann durch den Wald und erschießen ihn.

Doch kurz darauf ist die gewohnte Mordsgaudi wieder da: Boerne (Jan Josef Liefers) erobert mit gebrochenem Chinesisch und geschwollenem Deutsch die chinesische Künstlerin, Dissidentin und Prinzessin Songma bei ihrer Ausstellungseröffnung in Münster, während der volltrunkene Thiel (Axel Prahl) und Assistentin Nadeshda seinen Geburtstag mit einem edlen Rotwein im Bierhumpen ausklingen lassen. Als am nächsten Morgen die ermordete Songma auf Boernes Seziertisch entdeckt wird, müsste der verkaterte Kommissar gegen den gedächtnislosen Rechtsmediziner ermitteln, der kokaingeschwächt neben der Leiche lag. Müsste…

Dennoch: Dies ist eher ein Krimi als eine Komödie, er versucht sich zwischenzeitlich sogar unbeholfen als Politthriller. Schließlich geht es auch darum, wie der chinesische Staat auf deutschem Boden Regimegegner verfolgt, da wären Albereien unangebracht. Aber natürlich gibt’s Inseln des Humors – Münster bleibt Münster, wie es mordet und lacht. Überzeugend ist das nicht.

Wertung: 3 von 6 Sternen