Sky Angebot sehr unterschiedlich Sky per Kabelanschluss: Weniger Sender, gleicher Preis

Von Mark Otten | 14.06.2016, 19:34 Uhr

Das Sky-Abo kostet für Satelliten- und Kabelkunden gleich viel – obwohl es viele Sender im Kabelnetz gar nicht oder nur in schlechterer Qualität gibt. Vor allem die großen Anbieter schneiden schlecht ab. Für Verbraucherschützer ist das nicht in Ordnung.

Wer Sky über das Kabelnetz statt per Satellit empfängt, bekommt anbieterabhängig bis zu 61 Sender in schlechterer Quantität oder gar nicht. Die monatliche Abogebühr ist jedoch für beide Empfangsarten gleich. „Aus unserer Sicht werden Kabelkunden gegenüber Satellitenkunden benachteiligt“, sagt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz im Gespräch mit unserer Redaktion. Viele Nutzer müssen damit leben, wenn der Kabelanschluss zum Mietvertrag gehört und die Installation einer eigenen Satellitenanlage untersagt ist. (Weiterlesen: Bezahlsender Sky erhöht Abogebühren)

Vodafone und Unitymedia als Schlusslichter

Vor allem Kunden der großen Anbieter Vodafone/Kabel Deutschland (rund acht Millionen angeschlossene Haushalte) und Unitymedia (rund 6,5 angeschlossene Haushalte) gucken oft in die Röhre. Ein paar Beispiele: Sat-Kunden bekommen zehn Sky-Bundesligakanäle und elf Sky-Sportsender in HD, Kabel-Kunden vier, beziehungsweise fünf. Den Sender Sky 3D gibt es nur im Bereich von Kabel BW, die zeitversetzten Ausgaben der Sender Sky Cinema HD und Sky Atlantic HD gibt es nur im Netz von Tele Columbus (rund drei Millionen angeschlossene Haushalte). An unterschiedliche Preise, je nach Angebotsumfang denkt man Sky aber nicht. (Weiterlesen: Wann senden ARD, ZDF, RTL und Sky in 4K?)

Warum sehen Kabelkunden weniger?

„Es ist richtig, dass Sky-Kunden über Satellit das umfangreichste Programmangebot erhalten“, sagt Sky Pressesprecher Stefan Bortenschlager. Man sei permanent im Austausch mit den Kabelpartnern, um das Angebot zu erweitern. Allerdings spielten auch die limitierten Bandbreitenkapazitäten eine Rolle für die unterschiedlichen Angebotsumfänge, so Bortenschlager. Verbraucherschützer Grundall stimmt zu: „Auch wenn die Betreiber es häufig abstreiten: In den Kabelnetzen herrscht Bandbreitenknappheit. Darunter leiden die Kunden, das ist ärgerlich.“

Kabelanbieter widersprechen

Vodafone und Unitymedia bestreiten, dass Kapazitätsgrenzen im Kabelnetz für das geringere Angebot verantwortlich seien: „Die Einspeisung von Sky-Sendern in das Netz von Unitymedia KabelBW basiert auf vertraglichen Vereinbarungen. Im Rahmen dieser Vereinbarungen ist eine bestimmte Anzahl an SD und HD Sendern festgelegt, die von Sky unter Berücksichtigung der Kundenwünsche ausgewählt werden“, sagte Olaf Winter, Pressesprecher bei Unitymedia. (Weiterlesen: Wird das Sky-Abo nach Rechteverlusten günstiger?)