Schweiger protestiert Schweiger über ARD empört – „Tatort: Fegefeuer“ verschoben

Von Daniel Benedict | 27.11.2015, 11:05 Uhr

Til Schweiger kritisiert die ARD in Sachen „Tatort: Fegefeuer“. Nach dem Terror in Paris hatte das Erste Schweigers aktuelle Doppelfolge aus dem Programm genommen. Der Star hält das für falsch.

Til Schweiger hat sich gegen die Verschiebung seines aktuellen Terror-„Tatort“ ausgesprochen. Gestern hatte der NDR mitgeteilt, dass die Doppelfolge mit den Titeln „Der große Schmerz“ und „Fegefeuer“ auf den 1. und 3. Januar 2016 verschoben werden. Hintergrund sind Terror-Szenen im zweiten Teil, die an die Anschläge von Paris erinnern könnten. (Kann Kommissar Borowski danach noch Dienst tun? Fragen an „Tatort“-Autor Sascha Arango.) 

Schweiger protestiert gegen die „Tatort“-Umplanung

Die ARD hatte die Umplanungen bei der „Tatort“-Ausstrahlung mit dem Andenken an die Toten und Verletzten der Pariser Morde begründet: „Aus Respekt vor den Opfern der grausamen Anschläge von Paris haben wir die Premiere der ‚Tatorte‘ mit Til Schweiger auf das kommende Jahr geschoben. Es passt einfach nicht in diese Wochen, eine Krimireihe zu zeigen, in der es auch um einen terroristischen Angriff geht“, ließ sich Frank Beckmann, der NDR-Programmdirektor Fernsehen, zitieren. Til Schweiger hält das für ein falsches Signal. Im „Stern“ antwortete er der ARD: „Die Terror-Anschläge in Paris haben mich unglaublich wütend, traurig und fassungslos gemacht. Ich finde aber, wir sollten uns nicht von Terroristen diktieren lassen, wie wir leben sollen, uns nicht unsere Freiheit rauben lassen, und dazu gehört auch die, was wir im Fernsehen zeigen.“ In der „Bild“ setzte Schweiger noch einen drauf und sagte: „Ich habe versucht, die Verschiebung zu verhindern, habe diskutiert, habe gehofft, dass wenigstens die Premiere stattfinden kann. Die Nationalmannschaft wird ja auch dafür gefeiert, dass sie weiter ihre Spiele spielt. Wenn man stattdessen am Sonntag eine Sondersendung zu den Terroranschlägen zeigen würde, wäre das für mich verständlicher.“ (Erster schwuler „Tatort“-Kommissar? Was bedeutet die rätselhafte Szene Mark Waschke?) 

Was zeigt die ARD statt der Schweiger-„Tatorte“

Ursprünglich war geplant, die beiden Hamburger „Tatort“-Folgen, in denen Helene Fischer als Killerin zu sehen ist, am 22. und 29. November auszustrahlen. Stattdessen lässt das Erste nun zwei andere NDR-Ermittler antreten. Am 22. November ist der „Tatort: Spielverderber“ zu sehen, in dem Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm auf dem Luftwaffenstützpunkt Wunstorf ermittelt. Am 29. November folgt mit „Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes“ ein „Tatort“, der es als TV-Event mit den verschobenen Schweiger-Fällen aufnehmen kann: Der Kieler Fall ist das erste Sequel der „Tatort“-Geschichte und konfrontiert Axel Milberg als Kommissar Borowski mit gleich zwei Wiederauferstandenen: Lars Eidinger spielt ein zweites Mal den Serienmörder Kai Korthals, der im „Tatort: Borowski und der stille Gast“ mit schweren Verletzungen entkommen konnte. Und auch Maren Eggert ist noch einmal als Frieda Jung zu sehen. Die Polizeipsychologin war nach dem „Tatort: Tango für Borowski“ ohne Angabe von Gründen in Finnland verschwunden. Seitdem ermittelt Sibel Kekilli als Sarah Brandt an der Seite von Borowski in Kiel. Beide Ersatz-Fälle sind Erstausstrahlungen; die ARD greift also nicht auf Wiederholungen zurück. (Jetzt Teil 1 gucken: „Tatort: Borowski und der stille Gast“ in der Mediathek) 

Wann kommt der Kino-„Tatort: Off Duty“

Nach den beiden „Tatort“-Episoden „Der großeSchmerz“ und „Fegefeuer“ wird Til Schweigers Kommissar Nick Tschiller im kommenden Jahr auch im Kino ermitteln. Der „Tatort: Off Duty“ ist für die Leinwand produziert und soll im Februar 2016 zu sehen sein. Im Trailer wird er gemeinsam mit den nun verschobenen Krimis beworben und als deren Finale präsentiert. Der Trailer nennt noch die ursprünglichen November-Ausstrahlungstermine der TV-„Tatort“-Folgen. Der Fehler mag ärgerlich sein; für die Kinoauswertung des „Tatort: Off Duty“ dürfte es aber eher von Vorteil sein, dass der zeitliche Abstand zwischen den Fernseh-Fällen und ihrem Finale nun erheblich kürzer ist. (Wie kam es zum ersten „Tatort“-Sequel? Geschichte eines ungeplanten Coups.)