Schon gesehen Deftig: „Der Fall des Lemming“

Von Frank Jürgens | 23.07.2014, 10:14 Uhr

Die durchwachsene Krimikomödie „Der Fall des Lemming“ (3sat, Mittwoch, 22.25) bietet etwas Wiener Schmäh und ganz viel Dialekt. 3sat verspricht optionale Untertitel.

In Wien gehört Granteln bekanntlich zum guten Umgangston. Aber was Krotznig von der Mordkommission mit seinem Kollegen Leopold „Lemming“ Wallisch (Fritz Karl) anstellt, erfüllt mit Leichtigkeit den Tatbestand des Mobbings. Wallisch kündigt und verdingt sich fortan als kleiner Privatdetektiv. Ehebruch und solche Sachen. Aber als er einen ehemaligen Lateinlehrer beschatten soll, schlittert Wallisch in einen verzwickten Mordfall, der ihm ein permanentes Wiedersehen mit dem sadistischen Krotznig beschert. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Schnüffler im wahrsten Sinne des Wortes eine blutige Nase holt.

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Regisseur Nikolaus Leytner inszenierte diesen manchmal etwas zu schräg gewollten Wien-Krimi nach der Romanvorlage des ersten von insgesamt vier „Lemming“-Krimis aus der Feder von Stefan Slupetzky. Auf dem Weg zur Auflösung des reichlich verzwickten Falles verzettelt sich Leytner zeitweise leider in unnötigen Nebensächlichkeiten, bekommt aber rechtzeitig wieder die Kurve. Was norddeutschen Ohren an dieser durchwachsenen, aber gut besetzten (unter anderen mit Julia Koschitz) Krimikomödie am meisten Schwierigkeiten bescheren dürfte, ist der teils deftige Wiener Dialekt. 3sat bietet optionale Untertitel an.

Wertung: 4 von 6 Sternen