Rekord hauchdünn verfehlt Münster-Tatort mit Hammer-Quote: 12,78 Millionen Zuschauer

Von Joachim Schmitz | 14.04.2014, 12:27 Uhr

Der „Tatort“ aus Münster hat mit der 25. Jubiläumsfolge seinem Ruf als Quotenkönig alle Ehre gemacht: 12,78 Millionen Zuschauer schalteten am Sonntagabend ein und bescherten der Folge „Der Hammer“ eine Hammer-Quote.

Der Marktanteil lag bei 35,0 Prozent, das bedeutet: Auf mehr als jedem dritten zu dieser Zeit eingeschalteten Fernseher lief am Sonntagabend der „Tatort“. Damit war „Der Hammer“ auch der mit Abstand meistgesehene „Tatort“ dieses Jahres und lockte 5,4 Millionen Zuschauer mehr vor den Fernseher als die zweitattraktivste Sendung des Tages, die „Tagesschau“. Seinen eigenen Allzeit-Rekord verfehlte der Münster- “Tatort“ allerdings hauchdünn: Die Folge „Summ, summ, summ“ am 24. März letzten Jahres hatten 12,81 Millionen Zuschauer, also rund 30.000 mehr als an diesem Sonntag eingeschaltet. Damals betrug der Marktanteil allerdings „nur“ 34,0 Prozent.

Und so jubelte WDR-Fernsehfilmchef und ARD-“Tatort“-Koordinator Gebhard Henke am Montagmorgen: „Dieser Tatort ist der Hammer,“ ließ er kurz nach Bekanntgabe der Quoten verlauten. „Schon die begeisterte Resonanz der Premierengäste bei der Vorführung in Münster zeigte, dass der Film von Lars Kraume beim Publikum ins Schwarze getroffen hat. Auch im 25. Fall mit Axel Prahl, Jan Josef Liefers und dem großartigen Schauspielerteam funktioniert die glückliche Verbindung von Komik und Krimi.“

Viel besser dürfte es allerdings auch kaum gehen, denn die Bedingungen waren am Sonntagabend ideal für eine Topquote: Das Wetter gestaltete sich in weiten Teilen Deutschlands nicht so, dass man seine Freizeit lieber an der frischen Luft als vor dem Fernseher hätte verbringen wollen. Und die Konkurrenz auf den anderen Kanälen hatte auch nicht das Format, dem „Tatort“ das Wasser reichen zu können: Im ZDF lief zeitgleich das „Herzkino“-Schmonzettchen „Ein Sommer in Ungarn“ (5,16 Millionen Zuschauer, 14,2 Prozent Marktanteil), während RTL den vier Jahre alten Trickfilm „Rapunzel - Neu verföhnt“ (3,40 Millionen, 9,4 Prozent MA) zeigte.

Zuschauerzahlen im zweistelligen Millionenbereich sind für den „Tatort“ aus Münster in den letzten Jahren zwar Normalität geworden, doch das war längst nicht immer so: Zwar wurde gleich die erste Folge „Der dunkle Fleck“ vom 20. Oktober 2002 für den renommierten Grimme-Preis nominiert, holte mit 8,82 Millionen Zuschauern aber nur eine eher durchschnittliche Quote. Regie führte damals Peter F. Bringmann, der 1980 den Kino-Kassenschlager „Theo gegen den Rest der Welt“ mit Marius Müller-Westernhagen inszeniert hatte. 2006 erntete „Das zweite Gesicht“ mit nur 7,84 Millionen den geringsten Zuspruch. Zum Kult wurde der Münster-“Tatort“ eigentlich erst acht Jahre nach seinem Start: Am 16. Mai 2010 knackte er mit dem „Fluch der Mumie“ erstmals die Zehn-Millionen-Marke (10,24 Mio.).

Was folgte, war eine Rekordjagd sondergleichen: „Spargelzeit“ am 10. Oktober 2010 wurde von 10,49 Millionen Zuschauern eingeschaltet, „Herrenabend“ am 1. Mai 2011 schon von 11,79 Millionen. „Zwischen den Ohren“ am 18. September 2011 fiel dann wieder leicht zurück auf 10,40 Millionen, aber schon „Hinkebein“ erreichte am 11. März 2012 wieder 11,78 Millionen.

„Das Wunder von Wolbeck“ knackte dann am 25. November 2012 mit 12,11 Millionen erstmals die Zwölf-Millionen-Marke, „Summ summ summ“ stellte den bisherigen Quotenrekord auf und „Die chinesische Prinzessin“ erreichte am 20. Oktober 2013 ebenfalls starke 12,44 Millionen Zuschauer.

Den nächsten Versuch, erstmals 13 Millionen Zuschauer zu erreichen, gibt es vermutlich nach der Sommerpause: Vom 11. März bis zum letzten Freitag wurde in Münster, Köln und Umgebung schon die Folge „Mord ist die beste Medizin“ gedreht, die vermutlich im Herbst ausgestrahlt wird.

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