Osnabrücker in RTL-Kuppelshow Unser Mann bei der „Bachelorette“: Jetzt spricht Niklas

Von Daniel Benedict | 14.06.2017, 12:01 Uhr

In sieben Nächten der Rose sucht die „Bachelorette“ Jessica Paszka bei RTL ihren Traummann. Einer ihrer 20 Kandidaten ist der Osnabrücker Niklas. Ob er in der vorab aufgezeichneten Kuppelshow Erfolg hat, darf er noch nicht verraten. Was ihn zu RTL getrieben hat, aber schon. Ein Gespräch über die Liebe.

Eins muss man Niklas lassen: Mit so offensivem Understatement wie der 28-jährige Osnabrücker ist noch keiner in die RTL-Kuppelshow „Die Bachelorette“ gegangen. „Ich bin vom Körper hier auf jeden Fall einer, der um den Abstiegskampf mitspielt“, sagt er im Trailer. „Das ist aus dem Zusammenhang gerissen“, erklärt er nun vor dem Staffelauftakt (RTL, mittwochs, 20.15 Uhr). „Es ging nur um die Körper der Jungs. Viele sind nicht nur normal durchtrainiert, sondern krasse Extremsportler. Wenn es darum geht, liege ich hinten.“ Auf den letzten Metern noch die Hanteln stemmen, das wollte Niklas aber auch nicht: „Ich gehe ja nicht ins Fernsehen, um jemand zu werden, der ich gar nicht bin.“ (Jede Rose, jede Träne, jeder Tropfen Amarula: Alles zur Bachelorette 2017 im Blog)

Entmutigende Statistik

Das Spielziel der „Bachelorette“ ist die Liebe. Aber hat Niklas ernsthaft geglaubt, in der Kuppelshow eine passende Partnerin zu finden? „Ja, das habe ich tatsächlich geglaubt“, sagt unser Mann bei RTL. „Weil das Kennenlernen in der Show so eine Extremsituation ist.“ Stimmt. Die Auswahl stellt sich für Niklas angesichts einer einzigen Bachelorette pro Staffel allerdings als denkbar dürftig dar. Und ins Verhältnis zu den 20 männlichen Bewerbern gesetzt, könnte man den Frauenanteil leicht als entmutigend empfinden. Rein zahlenmäßig sind die Chancen auf eine Traumfrau bei RTL geringer als zum Beispiel im Bus nach Hellern, wo der in Lingen geborene Niklas aufgewachsen ist. Ein Argument, das er bedenkenlos in den Wind schlägt: „So ist das eben!“ Und es stimmt ja auch: Wer wollte sich der Liebe schon mit Zahlen nähern?

Die Bachelorette ist ein Promi

Was Niklas noch nicht ahnen konnte, als er sich von seinen besten Freunden zur Bewerbung beschwatzen ließ: RTL hat in der vierten Staffel der „Bachelorette“ das Konzept geändert. In den letzten Jahren waren die weiblichen Singles medial noch nicht in Erscheinung getreten. Diesmal tritt mit Jessica Paszka eine Frau an, die das Format von der anderen Seite kennt: Als Christian Tews als „Bachelor“ eine Frau suchte, war sie als Kandidatin dabei. Seitdem tingelt sie durch das Reality-Fernsehen, vom „Perfekten Promi Dinner“ bis zu „mieten, kaufen, wohnen“. Wusste Niklas in der ersten Nacht der Rosen schon, wer ihm gegenübersteht? „Wusste ich nicht“, sagt er. „Ich kannte sie auch nicht. Irgendwann wurde man aber darüber informiert.“ Man darf also gespannt sein, wie er im Verlauf der Show auf die entscheidenden Stationen von Jessicas Vita reagiert. Immerhin hat er es in der 27-Jährigen mit einer ambitionierten Fachkraft zu tun. Bei „Promi Big Brother“ poussierte sie mit jedem dritten der zwölf Bewohner rum – sogar mit dem Zuhälter Marcus von Anhalt. In einer spektakulären Szene der Show untersuchten Jessica und das Transgender-Model Edona James ihre Unterleibsimplantate. Ein wichtiges Fundament von Paszkas Karriere ist ihr Brazilian Butt, ein künstlich vergrößerter Po, dessen Herstellung das Pro-Sieben-Magazin „taff“ journalistisch begleitet hat. (Jessica Paszka: So wüst war ihre Zeit bei „Promi Big Brother“)

Bald Wirt in Osnabrück?

Ein einsames Herz, auf das all diese Informationen einstürzen, könnte enttäuscht sein. Drängt sich doch der Verdacht auf, dass es Jessica mehr um die Aufmerksamkeit der Boulevardmedien geht als um die der Kandidaten. „Wer behauptet denn, dass sie nur Show macht?“, fragt Niklas, als wir ihn mit dem Gedanken konfrontieren. „Die Aussage, dass sie das nur für den Fame macht, finde ich nicht angebracht.“ Und er selbst? Will Niklas bei der „Bachelorette“ berühmt werden? Der Kandidat winkt ab: „Denk nicht darüber nach, was andere von dir denken“, ist sein Motto. „Mein Fokus liegt nicht darauf, in TV-Shows zu gehen.“ Tatsächlich hat er ohnehin andere Pläne: Das RTL-Engagement ist nur die Unterbrechung eines Projekts jenseits des medialen Jetsets: Niklas will demnächst in Osnabrück ein italienisches Restaurant eröffnen.

Bachelorette 2017: Mehr Kandidaten im Porträt

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