Neu im Kino Überzeugende Regie von William Eubank: „The Signal“

Von Reinhard Westendorf | 11.07.2014, 22:22 Uhr

„Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“, fragt anfangs im Film „The Signal“ der studentische Computer-Nerd Jonah seinen gehbehinderten Freund Nic.

Science-Fiction-Kenner wissen, dass diese Frage auch der Titel eines 1969 veröffentlichten Romans des amerikanischen Autors Philip K. Dick ist, der wiederum als Vorlage wir den SF-Filmklassiker „Blade Runner“ (1982) diente. Dicks Werk stellte die Frage nach der Grenze zwischen einem „echten“ Menschen und „künstlichen“ Lebewesen wie in diesem Fall Androiden.

Der kalifornische Regisseur William Eubank , der als Kameramann und Werbefilmer begann, ist ganz offensichtlich ein Experte und Liebhaber von Science-Fiction-Philosophien. Schon sein hierzulande nicht zum Kinoeinsatz gekommenes Regiedebüt „Angels & Airwaves – Love“ (2011) war voller Verweise auf filmische Meilensteine dieser Gattung.

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Sein neuer Film „The Signal“ sieht dabei zunächst überhaupt nicht nach Science-Fiction aus. Die beiden eingangs erwähnten Computer-Freunde fahren mit Nics Freundin Haley im Auto nach Kalifornien. Unterwegs bekommen sie von einem verfeindeten Computer-Hacker namens Nomad via Notebook eine provokante Nachricht. Das Trio begibt sich deshalb auf die Datenspur ihres rätselhaften Kontrahenten und landet in einer abgelegenen Gegend in Nevada. Dort erwacht Protagonist Nic irgendwann allein in einer seltsamen unterirdischen Einrichtung, die einer ganz in Weiß gehaltenen Mischung aus Krankenhaus und Forschungslabor gleicht. Fortan beginnt für den hochbegabten jungen Mann ein mysteriöses Martyrium, in dessen hochspannendem Verlauf er zwar seine verschwundenen Freunde wiederfindet, sich am desillusionierenden Ende aber selbst in einer erschreckenden Zukunftswelt verliert.

Mit einem schmalen Etat von nur vier Millionen US-Dollar realisiert, reiht sich „The Signal“ ein in die Reihe großartiger existenzieller Low-Budget-SF-Filme wie „ THX 1138 “ „ Moon “ oder auch „ District 9 “. Nach dieser inszenatorisch, stilistisch und auch insbesondere in der Hauptrolle (Brenton Thwaites) schauspielerisch überzeugenden Arbeit darf Regisseur William Eubank jetzt wohl von Hollywood träumen.

The Signal. USA 2013, R: William Eubank. D: Laurence Fishburne, Brenton Thwaites, Beau Knapp, Olivia Cooke; 97 Min., ab 16; Filmpassage