Neu im Kino Multikulti und Hexerei: Bibi & Tina

Von Vera Geisler, Vera Geisler | 25.02.2017, 10:01 Uhr

Zwangsheirat, syrische Flüchtlinge, gefällte Bäume, ein geschäftstüchtiger Immobilienentwickler - im vierten Teil von Detlev Bucks „Bibi & Tina“-Filmreihe herrscht „Tohuwabohu total!“.

Osnabrück. Um mit Friedrich Nietzsche zu reden, der meinte „man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können“, generiert Detlev Buck in „Bibi & Tina: Tohuwabohu total!“ zwar vielfach „Chaos“, lässt es sogar besingen. Indes hält sich der der dazu passende tanzende Stern dezent zurück. So recht will der Abschluss der überaus erfolgreichen „Bibi & Tina“-Filmreihe nicht zünden, zumal die Heldinnen arg in den Hintergrund rücken. Im Fokus stehen statt dessen: Flüchtlinge, echte und falsche Syrer, gefällte Bäume, geldgierige Geschäftsmänner, sowie ein von Zwangsheirat bedrohtes und von Onkel und Cousins verfolgtes Mädchen.

Plötzlich politisch

Wer dachte, mit dem als letzten Teil angekündigten Jugendfilm „Bibi & Tina 4“ noch einmal in die schwungvoll-heitere Welt patenter Pferdezüchter und schräger Schlossbesitzer eintauchen zu können, sieht sich getäuscht. War Filmemacher Detlev Buck bisher bekannt für – oberflächlich betrachtet – unpolitische Unterhaltung auf sehr hohem Niveau, so hat sich das urplötzlich geändert. Auf einmal wird es bunt. Bei all den tages- und brandaktuellen Themen ist – jedenfalls für einen Erwachsenen – an einen entspannten Kinobesuch kaum zu denken. Und dann noch das wehmütig stimmende Schlusslied – was will uns das sagen? Dass das Leben kein Ponyhof ist?