NDR, Mo., 5.11., 22.00 Uhr Schon gesehen: „Betreut und betrogen“ im NDR Fernsehen

Von Corinna Berghahn | 05.11.2012, 05:26 Uhr

Alter, Krankheit, Lebenskrise: Was tun, wenn man plötzlich auf Hilfe angewiesen ist? Dann gerät man hoffentlich nicht in die Mühle der staatlichen Fürsorge. Dieser Gedanke keimt jedenfalls auf, wenn man der etwas polemisch geratenen Dokumentation „Betreut und betrogen?“ von Dörte Schipper und Gregor Petersen folgt.

Dabei ist eine unabhängige Betreuung alleinstehender und hilfloser Menschen keine schlechte Idee: Berufsbetreuer können sich um die Belange kümmern, um die sich sonst niemand scheren mag. Problematisch wird es aber, wenn das Wohl der zu Betreuenden aus Geldmangel, Überarbeitung oder auch aus zwielichtigen Gründen außer Acht gelassen wird.

Die Filmemacher zeigen Schicksale, die abschrecken und am Modell der staatlichen Betreuung zweifeln lassen. Alte Menschen werden gegen ihren Willen von den ihnen fremden Betreuern ins Heim gebracht, ihre Angehörigen verstricken sich in kafkaeske Gerichtsprozesse um die Vormundschaft, und kaum einer von behördlicher Seite will sich dazu äußern.

Dass es auch gute Vormünder gibt, zeigt die Dokumentation dann aber auch am Beispiel einer Betreuerin, die mit Leib und Seele für ihre Klienten da ist. Dadurch wirkt diese Dokumentation dann auch nicht zu einseitig, sondern nur umso bedrückender.

Wertung: 4 von 6 Sternen