Montag, Arte, 19.30 Uhr Sehenswerte Doku: „Mit allen Wassern gewaschen“

Von Tom Heise | 27.02.2017, 06:30 Uhr

Die Doku „Mit allen Wassern gewaschen“ offenbart in beeindruckenden Bildern die Tricks und Finten der Fische und entführt in eine faszinierende Unterwasserwelt, in der nicht zwangsläufig der Schwache immer der Dumme ist.

Wer bisher meinte, im Meer gehe es ruhig zu, hat sich getäuscht. Unterwassermikrofone machen in der Dokumentation von Sigurd Tesche das Bellen streitender Anemonenfische, die Drohungen des Zackenbarsches oder das Rülpsen (!) des kleinen Igelfisches hörbar. Tesche hat das Leben in einem Riff beobachtet und die Tricks und Finten der Fische aufgespürt. Ein ob der interessanten und imposanten Bilder sehenswerter Tierfilm, der mit einem unterhaltsamen und witzigen, bisweilen aber arg geschwätzigem Kommentar versehen ist.

Tesche zeigt die unterschiedlichen Taktiken bei Eiablage und Brutschutz, bei dem es bei den Drückerfischen sogar zum „Krebskegeln“ kommen kann. Den Putzerfischen widmet der Film eine längere Episode. Sie werden hier als „clevere Unternehmer“ erkannt, die ihre „Stammkundschaft“ warten lassen, um sich zuerst neuen Kunden im Riff zu widmen. Dabei machen die geschäftstüchtigen Fische selbst vor einem Taucher nicht halt. Auch die Paarungsfinte kleinerer Riesensepienmännchen überrascht. Sie geben sich als Weibchen aus, um so größere und stärkere Rivalen auszutricksen. Die Dokumentation entführt in eine faszinierende Welt, in der sich sogar Zackenbarsche und Muränen zur gemeinsamen Jagd verabreden.

 Wertung: Vier von sechs Sternen

 „Mit allen Wassern gewaschen“: Montag. 27.02., 19.30 Uhr, Arte