Mit Maria Simon und Horst Krause „Polizeiruf 110“ heute: „Hexenjagd“ in Brandenburg

Von Joachim Schmitz | 14.12.2014, 07:00 Uhr

Der „Polizeiruf 110“ kommt heute aus Brandenburg. Olga Lenski (Maria Simon) und Horst Krause (Horst Krause) ermitteln in „Hexenjagd“.

Irgendwann sitzt die Brandenburger Kommissarin Olga Lenski (Maria Simon) in ihrem Wagen und telefoniert, während der Regen an die Scheiben pladdert. Eine symptomatische Szene für diesen Krimi, der bis dahin schon eine gute halbe Stunde vor sich hingeplätschert ist.

Im Büro einer Schuldirektorin ist eine Rohrbombe explodiert, als vermeintliches Zufallsopfer wird eine Referendarin schwer verletzt. Sie hatte einen Termin bei ihrer Chefin, nachdem sie von Schülern aufs Übelste gemobbt wurde. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass eigentlich die Rektorin Ziel des Anschlags war. (Welcher Schüler im „Polizeiruf 110“ ist im wirklichen Leben der Sohn von Maria Simon und „Tatort“-Ermittler Devid Striesow? Lesen Sie unsere Fakten zum Fall.) 

Der Kreis der Verdächtigen ist erstaunlich übersichtlich: Ein paar Schüler, deren Abschluss gefährdet ist, vielleicht noch ein Lehrer, der unter seiner Direktorin leidet – ansonsten hat niemand ein auf der Hand liegendes Motiv.

Das alles erzählt Regisseurin Angelina Maccarone sehr ruhig, unaufgeregt, stets gut nachvollziehbar – und ein bisschen langatmig. Sie hat das Tempo ihres Krimis dem ländlichen Brandenburg angepasst und beweist zumindest Mut zu unüblicher Langsamkeit. Humor und Action sind da mindestens so weit weg wie Münster und Hamburg.

Das ist offenbar auch einem kleinen Etat geschuldet: Wir sehen viele Verhöre, Schulflure, Büros und Autos. Wobei Olga Lenski ihre amerikanische Spritschleuder gegen ein deutsches Modell getauscht hat. Schade eigentlich, die guten Krimi-Autos sterben langsam aus. Vom Bildschirm verschwinden wird bald auch Horst Krauses Polizeimotorrad samt Beiwagen für den Hund. Krause ist in „Hexenjagd“ zum vorletzten Mal zu sehen. Sein letzter Fall, der „Polizeiruf 110: Ikarus“ ist bereits abgedreht und soll im kommenden Frühjahr ausgestrahlt werden. Doch schon in „Hexenjagd“ wirkt Krause mehr denn je wie ein Polizist aus längst vergessener Zeit, für den Drehbuchautoren in Zeiten jugendlicher Kommissars-Spaßvögel keine Ideen mehr haben.

Bewertung: 3 von 6 Sternen

Sonntag, ARD, 20.15 Uhr