Mit Jonas Nay und Ludwig Trepte Bestes Fernsehen: RTL zeigt Serie „Deutschland 83“

Von Joachim Schmitz | 26.11.2015, 07:22 Uhr

Ein Fernsehhighlight des Jahres: RTL zeigt ab Donnerstag die Thriller-Serie „Deutschland 83“ mit großartigen Darstellern wie Jonas Nay und Ludwig Trepte.

Wohl selten ist über ein Stück Fernsehen so viel geschrieben worden, obwohl es noch kein Zuschauer gesehen hat. Und selten sind sich die Kritiker derart einig wie im Falle „Deutschland 83“ : Mit der achtteiligen Serie zeigt RTL wohl das Beste, das der Sender jemals im Programm hatte.

Macht süchtig

Dabei ist sie kein bisschen aus dem Stoff, mit dem die Kölner sonst das Publikum berieseln. Denn ganz ehrlich: Welchen RTL-Zuschauer interessieren normalerweise Geschichten aus der Zeit von Nato-Doppelbeschluss, Pershing-II-Raketen, Aufrüstungsspirale und Friedensdemonstrationen? Bis jetzt. Denn bei „Deutschland 83“ wird wohl die Nation vor dem Fernseher mitfiebern und sehnsüchtig auf die nächste Folge warten.

Als Spion in den Westen

Martin Rauch (großartig: Jonas Nay ) ist ein kleiner, halbwegs zufriedener Soldat der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Er hat einen Posten, eine Freundin, ein Zuhause und eine schwerkranke Mutter. Und er hat eine Tante (Maria Schrader), die als Agentin der Stasi ein Auge auf ihren Neffen geworfen hat: Martin soll in den Westen eingeschleust werden und als persönlicher Adjutant den Bundeswehrgeneral Wolfgang Edel (Ulrich Noethen) ausspionieren.

Diabolische Tante

Es gelingt der diabolischen Tante Leonora, den Jungen für die heikle Mission zu gewinnen: Sie verspricht ihm im Gegenzug für seinen Einsatz gegen den Klassenfeind eine lebensrettende Transplantation für seine Mutter.

Neue Identität

Und es gelingt Martin, mit seiner neuen Identität als Moritz Stamm im Vorzimmer des Generals zu landen und sich zudem auch noch mit dessen Sohn und Untergebenen Alex (Ludwig Trepte) anzufreunden. Fortan liefert er brisante Dokumente in den Osten, die sein direkter Vorgesetzter Schweppenstette (Sylvester Groth) nur in die von den Sowjets vorgegebene Richtung deutet: Der Westen plant einen atomaren Erstschlag gegen den Osten.

Starke Musik

Drehbuchautorin Anna Winger, den Regisseuren Edward Berger und Samira Radsi sowie den Ufa-Produzenten Nico Hofmann und Jörg Winger aber gelingt noch viel mehr. Sie geben der Geschichte einen starken Spannungsaufbau, sie arbeiten mit Figuren, von denen man immer mehr wissen will. Und sie haben „Deutschland 83“ mit einer Musik ausgestattet, die nicht nur jene Zuschauer, die diese Zeit erlebt haben, anfixen wird.

Experten am Set

Etliche Darsteller gehören nicht dazu. Wie Ludwig Trepte, der den Sohn des Generals spielt, in dieser Rolle mit der Friedensbewegung sympathisiert, sich zunehmend radikalisiert und auch noch seine homosexuelle Neigung entdeckt. „Wir hatten Nato-Experten und Militärberater während der Leseproben am Set,“ berichtet er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Viele Fragen

„Da gab es natürlich viele Fragen speziell von uns jungen Schauspielern, die diese Zeit ja nicht bewusst mitbekommen haben und eigentlich nur aus dem Schulunterricht kennen, wo es relativ schnell abgefertigt wurde,“ sagt der 27-Jährige. „Außerdem waren etliche von uns ja nicht bei der Bundeswehr und mussten jetzt wissen, wie man ein Gewehr hält, wie man militärisch grüßt und so weiter. Es muss tatsächlich so aussehen, als wäre ich der Sohn eines Bundeswehrgenerals, und das lässt sich nicht einfach dadurch herstellen, dass ich ans Set gehe und Uniform trage.“

Besser als Bond

Das ist ihm und vor allem auch Jonas Nay bestens gelungen. Es gelingt ihnen, dass das Fernsehpublikum tatsächlich mit einem Spion der DDR mitfiebern wird – das dürfte vor allem in den alten Bundesländern ein ganz neues Filmgefühl sein. „Deutschland 83“ handelt zwar auch von Agenten, ist aber ganz anders und vor allem viel besser als der neue Bond , der gerade Millionen in die Kinos lockt.

Deutschland kann Serie

Nun weiß die Welt: Auch Deutschland kann Serie, und zwar auf hohem Niveau. Wer will, kann es nicht nur hier, sondern auch in „Time“, New York Times“, „San Francisco Chronicle“, Entertainment Weekly“, „The Independent“ und anderen Gazetten von Rang nachlesen.

 Deutschland 83, RTL, ab Donnerstag, 26. November, 20.15 Uhr. Soundtrack erscheint am 27. November, DVD und Blue-ray-Box mit Bonusmaterial und Making of am 11. Dezember.