Medien Jetzt in Rom: Commissario Rex

08.07.2009, 22:00 Uhr

Viele Jahre sorgte „Kommissar Rex“ auf den Straßen von Wien für Quoten bei Sat.1 und ORF. Vor fünf Jahren war plötzlich Schluss. Jetzt ist der Vierbeiner wieder aus der Versenkung aufgetaucht. In Italien. Zu sehen im ZDF.

Als gelangweilter Rentner muss der arme Rex sein Dasein bei der Wiener Polizei fristen. Zwar wird er nach wie vor von Kunz (Martin Weinek) mit den heiß geliebten Wurstsemmeln verwöhnt. Aber, ach – was nützen die ganzen Leckerchen gegen die Qualen des Nichtstuns? Doch dann geschieht in Rom etwas, das heftige Konsequenzen auf der Wiener Wache nach sich zieht. Eine Mordserie führt den italienischen Ermittler Lorenzo Fabbri (Kaspar Capparoni) in die österreichische Hauptstadt. Der knüpft umgehend Freundschaft mit dem schlauen Vierbeiner. Und umgekehrt. Kein Wunder. Schließlich hatte der arme Fabbri selbst einmal einen Schäferhund, der vergiftet wurde. Worüber der römische Ermittler bis heute nicht ganz hinweg ist. Rex spürt so etwas. Und er begleitet sein neu gewähltes Herrchen in die Stadt der sieben Hügel, wo er neue Fälle löst.

„Comeback für Rex“ heißt der 90-minütige Pilotfilm der reanimierten Produktion. Er lässt trotz Mitarbeit von Ex-Rex-Erfinder Peter Hajek leider beinahe alles vermissen, was die 1994 ins Leben gerufene Originalserie ausmachte. Wiener Schmäh kann man in Rom freilich nicht mehr erwarten. Aber gerade die herrliche Selbstironie, mit der sich „Kommissar Rex“ einst höchst gelungen selbst auf die Schippe nahm, ist irgendwo in den Alpen hängen geblieben. Zwar bietet auch hier die arg übertriebene Interaktion zwischen Hund und Herr komische Momente. Aber spätestens bei den Nebenfiguren vermisst man die Tiefe und den trockenen Humor vom Kaliber eines Stockinger (Karl Markovics). Das Schlimmste aber ist der neue Speisenplan von Rex. Statt Wurstsemmeln nur noch Pizza und Pasta. Zunächst neun Episoden lang im ZDF. Wenn das mal keine Bauchschmerzen verursacht!

„Kommissar Rex“

ZDF, 20.15 Uhr