Freitagabend auf ARD Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft: „Sturköpfe“

Von Christian Schubert | 04.12.2015, 07:00 Uhr

Eine schlagfertige Reha-Lehrerin, ein erblindeter Nörgler und wie daraus eine Freundschaft entsteht, zeigt der ARD-Film „Sturköpfe“ am 4. Dezember um 20.15 Uhr.

Nach holprigem Abschluss ihrer Umschulung zur Reha-Lehrerin für Blinde bekommt Sissi Fischbacher (Alwara Höfels) gleich einen schweren Brocken vorgesetzt: Theo Olsson ( Peter Haber ), erfolgreicher Stahlfabrikant, Diagnose: Kompletter Sehverlust. Nach anfänglichem Sträuben rauft man sich zusammen und Olsson lernt mit Sissis Hilfe, sich wieder im Alltag zurechtzufinden.

„Sturköpfe“ erzählt die Geschichte einer leise sich entwickelnden Freundschaft zweier auf den ersten Blick sehr unterschiedlicher Personen: Olsson, ein betagter Herr, kultiviert, mürrisch. Sissi, eine junge Frau, mäßig gebildet, schlagfertig. Ein Bild Nietzsches an der Wand in Olssons Büro hält sie gleich mal für seinen Vater. Solche Szenen, die das komische Potenzial der Gegensätze in Bildung, Herkunft und Gewohnheiten ausschöpfen, gehören zu den Stärken des Films. Auch Alwara Höfels Balance-Akt zwischen cooler Souveränität als Lehrerin und etwas rätselhafter Verklemmtheit als Frau gelingt auf faszinierende Weise.

Eine Schwäche indes rührt vom Drehbuch. Ohne Not lädt es die Begegnungen immer wieder mit fragwürdigen Konflikten und fadenscheinigen Problemen auf. Immer dann werden aus Sturköpfen Kindsköpfe.