Donnerstag, 29.9. 2011 (Teil 1) und Freitag, 30.9. 2011 (Teil 2), je 20.15 Uhr, ARD Der Mann mit dem Fagott

Von Corinna Berghahn | 28.09.2011, 12:01 Uhr

Nicht zum 66., sondern zum 77. Geburtstag bekommt Udo Jürgens einen Film geschenkt, in dem er sogar sich selbst darstellen darf. Und um es gleich zu sagen: Er kann nicht schauspielern.

Im Gegensatz zu seinen Auftritten als Sänger wirkt er nun unbeholfen und linkisch. Doch das tut der Verfilmung seines autobiografischen Romans „Der Mann mit dem Fagott“ keinen Abbruch. Der Rest wird von Könnern ihres Fachs wie Christian Berkel, Ulrich Noethen, Herbert Knaup und David Rott getragen. Und die machen ihre Sache mehr als gut.

Erzählt wird die Geschichte der Familie Bockelmann – so Jürgens’ richtiger Nachname – vom Anfang des 20. Jahrhunderts an bis Mitte der 60er-Jahre. Dabei spielt Miguel Alexandres wunderschön ausgestattete Elf-Millionen-Euro-Produktion mit Zeitsprüngen, die erst verwirren, dann den Reiz erhöhen. Die russische Revolution wird gestreift, die Nazi-Zeit in Österreich, das Ende des Weltkrieges und der Mief der 50er-Jahre. Viel, aber nicht zu viel für den Zweiteiler, dessen Fortsetzung morgen Abend läuft. Nur auf die mal zu pathetische, dann wieder zu süßliche Hintergrundmusik hätte man verzichten sollen. Denn auch ohne sie wäre die Geschichte erste Sahne.