„Der Stein in der Straße“ The Walking Dead Staffel 7: 5 Gründe, warum Folge 9 enttäuscht

Von Manuela Kanies | 20.02.2017, 09:30 Uhr

Die Zombieserie „The Walking Dead“ ist aus der Winterpause zurück: Seit Montag, 13. Februar 2017, laufen neue Folgen von Staffel 7. Doch die Freude ist getrübt, denn Folge 9 „Der Stein in der Straße“ überzeugt nicht.

Achtung, es folgen Spoiler! Gregory aus Hilltop hilft Rick nicht im Kampf gegen Negan Jesus bringt Rick ins Königreich Ezekiel will auch nicht helfen Vater Gabriel wird entführt Wieder wird eine neue Gemeinschaft eingeführt

 Staffel 7 von „The Walking Dead“ kommt nicht so richtig in Schwung: Nach dem schockierenden und unnötig brutalem Auftakt in Folge 1 laufen die Hauptcharaktere von Gemeinschaft zu Gemeinschaft, um ein Mittel gegen Bösewicht Negan (Jeffrey Dean Morgan) zu finden. Ihrer Waffen beraubt, hofft die Gruppe um Rick Grimes (Andrew Lincoln) in der zweiten Hälfte von Staffel 7 Verbündete zu finden. Endete Folge 8 mit einem rührenden Wiedersehen zwischen Daryl (Norman Reedus), Rick, Maggie (Lauren Cohan) und dem Rest der Truppe in der Gemeinschaft Hilltop, geht es dort in Folge 9 ernüchternd weiter. (Weiterlesen: The Walking Dead: Staffel 7 mit schlechtesten Quoten seit Jahren) 

Nichts Neues in Hilltop – Gregory bleibt ein Idiot

Denn wie man aus anderen Vorfällen in Hilltop lernen konnte, ist Anführer Gregory ein Angsthase und lehnt es ab, mit Rick gegen die Saviors und Negan zu kämpfen. Er will nichts riskieren und mit den Leuten aus Alexandria nichts zu tun haben. Jesus und Maggie intervenieren, doch Gregory lässt sich nicht überzeugen.

Später schließen sich immerhin ein paar Bewohner von Hilltop Ricks Gruppe an, doch das reicht noch lange nicht. In seiner Verzweiflung verrät Jesus Rick, dass es eine weitere Gemeinschaft gibt, die ein Abkommen mit Negan hat: das Königreich von Ezekiel. (Weiterlesen: Neue Serienrolle: Stirbt Sasha aus The Walking Dead?) 

Nichts Neues im Königreich

In der surrealen und heilen Welt vom Königreich ist Ezekiel aber gar nicht froh darüber, dass Jesus Fremde mitbringt und sein geheimes Abkommen verraten hat. Und Ezekiel will sich Rick ebenfalls nicht anschließen: Er hat einen hohen Blutzoll für seine sichere Zuflucht bezahlt, das will er nicht aufs Spiel setzen. Morgan stimmt ihm zu: Sie sollten nach einer anderen Möglichkeit suchen, vielleicht Negan gefangen nehmen, um nicht so viele Leben aufs Spiel zu setzen.

Obwohl Morgan (Lennie James) zugibt, einen Menschen getötet zu haben, und entsetzt darüber ist, was mit Glenn und Abraham passiert ist, will er keinen Rachefeldzug. Rick und die anderen sind aber auf Rache aus. Schaut man sich Ricks Entscheidungen in den letzten Staffeln an, beschleicht einen ein flaues Gefühl im Magen: Nicht immer war seine Entscheidung zum Angriff richtig. Siehe die Umleitung der Zombieherde oder das Abschlachten der Kannibalen.

Außerdem zeigt Daryls Flucht, dass zumindest einige der Saviors nicht uneingeschränkt auf Negans Seite stehen. Sie könnten durch Negans Gefangenschaft, wie von Morgan vorgeschlagen, auf Ricks Seite wechseln. Doch mit dem einstigen Polizisten ist erneut nicht zu reden: Er verlässt das Königreich auf der Suche nach anderen Verbündeten. Daryl bekommt dort Asyl, damit die Saviors ihn nicht aufspüren können.

Nichts Neues bei den Zombies – sie sind egal

Auf dem Weg zurück nach Alexandria stehen Rick und seine Leute vor eine Barrikade aus Autos, wahrscheinlich von den Saviors. Um schnell nach Hause zu kommen, wollen sie die Barrikade aus dem Weg räumen, durchfahren und sie wieder aufbauen, damit die Saviors nicht wissen, dass sie an der Barrikade waren. Um die Spannung zu erhöhen, erfahren sie durch ein Walkie-Talkie der Saviors, dass sie nach Daryl suchen und deshalb nach Alexandria fahren. Also müssen sie sich beeilen, doch vorher kommt noch eine Schwierigkeit hinzu: Über die Straße ist ein Kabel gespannt, mit dem mehrere Pakete Munition und Sprengstoff verbunden sind, und eine Herde Zombies ist auf dem Weg. Die Gruppe teilt sich auf, um die Barrikade zu öffnen, hindurch zu fahren und wieder zu verschließen, Rosita erweist sich als Sprengstoffexpertin und Rick hat eine irre Idee, um die Zombies zu töten.

Wie auch in den vorherigen Folgen wirkt die Zombie-Action wie eine Füllerszene, die nur dazu dient, dem Zuschauer ein paar Zombies zu präsentieren, obwohl diese gar keine Bedrohung mehr sind. So stellt auch diese Herde keine Herausforderung dar, sie werden von Rick, Michonne, zwei Autos und dem gespannten Kabel hinweg gemetzelt. Spannung kommt dabei nicht auf, sie fehlt in der gesamten Episode.

Nichts Neues in Alexandria

In Alexandria angekommen, verwüsten die Saviors die Häuser auf der Suche nach Daryl und laufen bedrohlich durch die Gegend. Negan ist zwar nicht selbst dabei, dafür einer seiner nervigen Stellvertreter. Da sie Daryl nicht finden, ziehen sie wieder ab. Anschließend ergründet Rick das Geheimnis der leeren Speisekammer und Vater Gabriels Verschwinden. Er hat einen Hinweis hinterlassen, dass er zum Boot will, auf dem Rick und Aaron Waffen gefunden hatten. Will oder muss? In der Anfangsszene von Folge 9 ist Gabriels Aufbruch zu sehen, seine Nervosität sowie seine Flucht im Auto, in dem sich eine weitere Person befand. Gabriel wurde entführt, doch von wem?

Das finden Rick und seine Leute schnell raus: Beim Boot angekommen, werden sie von einer großen Gruppe bewaffneter, junger Leute umzingelt. Während Tara und Co. ängstlich aussehen, fängt Rick breit an zu grinsen. Denn er sieht in der neuen Gruppe neue mögliche Verbündete.

Man hat bisher kaum jemanden aus den Gemeinschaften kennengelernt: Es bleibt keine Zeit für Charakterentwicklung, denn es wird eine Gemeinschaft nach der anderen eingeführt. Misstraute Rick früher noch jedem Fremden, ist er nun froh über jede Hilfe, die er bekommen kann. Der Gedanke, dass es Spione von Negan in den neuen Gruppen geben könnte, taucht nicht auf. Rick sammelt Verbündete im Kampf, die man als Zuschauer nicht kennenlernt, aber das ist vermutlich auch nicht nötig, viele dürften im Krieg gegen Negan sterben.

Aber: Schon wieder eine neue Gruppe

Folge 9 „Der Stein in der Straße“ der siebten Staffel von „The Walking Dead“ plätschert vor sich hin. Ricks Suche nach Verbündeten und sein Scheitern sind vorhersehbar und spannungsarm inszeniert. Die Zombies dienen nur noch als Rechtfertigung dafür, dass die Serie weiter ins Genre Horror fällt, gruselig in „The Walking Dead“ werden dafür mehr und mehr die Dialoge. Die gestelzten Sätze der Bewohner des Königreichs, die sich dauernd wiederholenden Drohungen der Saviors sowie Ricks lahme Geschichte, um Ezekiel zu überzeugen: Den Dialogen fehlt es an Witz und Pathos, sie schleppen sich dahin. Dazu die mittlerweile fast unübersichtliche Anzahl an neuen Leuten und Gruppen, die plötzlich auftauchen: Bitte, liebe Produzenten und Drehbuchautoren, zeigt weniger Leute, die durch die Gegend laufen, und dafür mehr Handlung.

Einziger Lichtblick von Folge 9: Aaron bekommt eine Szene mit seinem Partner Eric. Während Aaron trotz der Prügel durch die Saviors Rick helfen will, möchte Eric Alexandria verlassen, um dem Kampf zu entgehen und zu überleben. Mit diesem Dialog, der allerdings aus heiterem Himmel kommt, zeigt „The Walking Dead“ endlich mal jemand anderen als Morgan, der an Rick zweifelt. Und das zu Recht: Denn was nützt ein Kampf gegen die Saviors für das Überleben, wenn hinterher niemand mehr da ist, für den es sich zu leben lohnt?

Folge 9 „Der Stein in der Straße“ von Staffel 7 von „The Walking Dead“ ist unter anderem bei Sky On Demand und Sky Online abrufbar. Am Montag, 20. Februar 2017, wird Folge 10 ab 21 Uhr auf dem Pay-TV-Sender Fox ausgestrahlt.