Heute Abend neu im ZDF-TV "Das Traumschiff" (ZDF) - Leinen los für Florian Silbereisen

Von Frank Jürgens | 26.12.2019, 06:23 Uhr

Am zweiten Weihnachtsfeiertag feiert Florian Silbereisen seinen Einstand als Kapitän Max Parger auf dem „Traumschiff“ in der Folge „Antigua“ (ZDF, Do., 20.15 Uhr). So viel sei verraten – sein erster Auftritt überrascht und er macht seine Sache gut.

Unbemerkt, klammheimlich fast, schleicht er sich an Bord der Amadea. Jeans, T-Shirt und ein grimmiger Gesichtsausdruck lassen vermuten, dass der junge Mann nichts Gutes im Schilde führt. Oder sich vielleicht sogar als blinder Passagier an Bord zu schmuggeln versucht. Dann betritt er auch noch mit einer selbstverständlichen Chuzpe das Kapitänsquartier, die den „Traumschiff“-Fans die Kinnladen herunter klappen lassen würde – wenn sie nicht längst wüssten, dass es sich dabei um Florian Silbereisen in seiner neuen Rolle als „Traumschiff“-Kapitän Max Parger handelt.

Aus Sicht der Zuschauer ein gelungener Einstand nach Maß. Silbereisen, so viel darf schon mal verraten werden, macht seine Sache richtig gut und überrascht in einer Rolle, die zwar von Drehbuchautor Jürgen Werner auch wieder zum Sympathieträger ausgebaut wird, aber nicht mehr ganz so glatt gebügelt erscheint wie die Kapitänsrollen seiner Vorgänger Günter König, Heinz Weiss, Siegfried Rauch sowie dazwischen und zuletzt Sascha Hehn .

Der einzige an Bord, der sich nicht über den Neuen freut, ist Staff-Kapitän Martin Grimm (Daniel Morgenroth). Der lässt vor lauter Vorfreude in Gedanken erst einmal die Sektkorken knallen. Schließlich ist sich Grimm absolut sicher, dass er nun zum Kapitän befördert wird. Bis halt der junge Schnösel Parger, nun ganz adrett in Uniform, mit einem lässigen „hallo zusammen“ die Brücke betritt und sich als neuer Kapitän vorstellt. Klar, dass Parger und Grimm auf Anhieb zu ziemlich besten Feinden werden. Und Grimm seinen neuen Vorgesetzten erst einmal bei dessen Chefs anschwärzt.

Aber keine Angst, liebe Zuschauer. Ist alles nur halb so wild. Unterm Strich bleibt die Reihe „Das Traumschiff“ ihrem nun beinahe 40 Jahre alten Konzept treu. Es wird geliebt und etwas gelitten. Die Kamera fängt malerische Traumstrände und exotische Landschaften ein. Mehrere Handlungsstränge verweben sich zu einem harmonischen Ganzen. Und für die besonders heitere Note sorgen diesmal Uschi Glas und Michael Gwisdek. Die beiden dürfen ein altes Ehepaar spielen, dem das Kunststück gelingt, sich während der Feier zur eigenen Goldenen Hochzeit zu zerstreiten. Dieses Traumpaar, liebe Programmchefs, hat das Zeug zu einer eigenen Serie!

Für Silbereisen ist seine neue Rolle an Bord des „Traumschiffs“ keine ganz neue Erfahrung. In der Episode „Tansania“ spielte er bereits 2017 an der Seite von Sascha Hehn einen jungen Offizier. Der hieß damals allerdings noch Florian Barner. Nun ist aus dem Offizier ein Kapitän geworden, und aus Florian Barner Max Parger.

Zu seiner Rolle gekommen ist Silbereisen beinahe wie die Jungfrau zum Kind. Während eines Besuchs beim Produzenten und „Traumschiff“-Erfinder Wolfgang Rademann kurz vor dessen Tod habe Rademann Silbereisen zu überzeugen versucht, beim „Traumschiff“ mitzumachen. „Du musst auf's 'Traumschiff' kommen, mein Junge!“, so erinnert sich Silbereisen in einer ZDF-Pressenotiz an Rademanns Worte. Und dann sei plötzlich alles sehr schnell gegangen.

Durch die feste Zusage zur Rolle hat sich natürlich auch einiges im Leben des Musikers und Moderatoren verändert. „Als 'Traumschiff'-Kapitän hat für mich ein völlig neuer Lebensabschnitt begonnen“, betont Silbereisen. „Mein ganzes Leben hat sich verändert: So mussten beispielsweise Tourneen und Album-Veröffentlichungen verschoben werden. Ich musste alles neu planen! Diese neue Phase lebe ich ganz bewusst und genieße sie.“

Wer sich für mehr Hintergründe zu den Dreharbeiten mit dem neuen „Traumschiff“-Kapitän unter der Leitung des beim „Traumschiff“ ebenfalls neuen Regisseurs Berno Kürten interessiert, sollte auf jeden Fall um 23.15 Uhr „Das Traumschiff – Spezial“ schauen, das im Anschluss an den „Traumschiff“-Ableger „Kreuzfahrt ins Glück – Hochzeitsreise in die Normandie“ über den Bildschirm kreuzt. Hier gibt es nicht nur O-Töne vom Kollegen Harald Schmidt („Sehr kluger Schachzug“) bis zu Silbereisen selber („Ich freu mich!“). Mit Jarle Flatebø kommt auch einer der echten Amadea-Kapitäne zu Wort. Die Frage, ob denn im „Traumschiff“ alles auch realitätsgetreu dargestellt werde, beantwortet er kurz und trocken: „Es ist korrekt genug“.

Für etwas Aufsehen und ein leichtes Rascheln im Blätterwald hat hingegen eine an und für sich harmlose Szene gesorgt, die auf Antigua gedreht wurde. Darin kommt es zu einem Heiratsantrag mit Küsschen bei einem homosexuellen Paar. Das Problem: Der Staat Antigua und Barbuda stellt Homosexualität unter Strafe. Bis zu fünf Jahre Haft hätten den Darstellern Jan Kittmann und Leander Lichter für ihre kurze Szene gedroht, wenn sie erwischt worden wären. Ist aber noch mal gut gegangen.

Bereits am Neujahrsabend geht es mit Florian Silbereisen und dem „Traumschiff“ weiter nach Kolumbien. Ob sich Kapitän Parger bis dahin mit dem Staff-Kapitän Grimm vertragen hat?

„Das Traumschiff – Antigua“. ZDF, Donnerstag, 26. Dezember, 20.15 Uhr.

„Kreuzfahrt ins Glück – Hochzeitsreise in die Normandie“. ZDF, Donnerstag, 26. Dezember, 21.45 Uhr.

„Das Traumschiff – Spezial“. ZDF, Donnerstag, 26. Dezember, 23.15 Uhr.