Beamte rappen auf Youtube Polizei sucht mit peinlichem Video Bewerber

Von Bastian Klenke | 27.09.2013, 18:57 Uhr

Verunglückte Azubi-Songs und Dauerschleifen von selbst komponierten Supermarkt-Liedern - alles schon gehört? Jetzt greift auch die Polizei zum Mikrofon und singt und rappt auf der Suche nach Bewerbern – und sorgt damit eher für Belustigung.

Im Video-Portal YouTube hat die Polizei Nordrhein-Westfalen einen eigenen Kanal eingerichtet, mit dem sie potenzielle Bewerber überzeugen will, sich bei der Polizei zu bewerben.

Kann der offizielle Kinospot noch im Ansatz durch Witz und Idee überzeugen, fühlt man sich bei den beiden anderen Spots einer Ente aufgesessen.

Folgendes Szenario: Ein junger Mann sitzt nichts ahnend mit einem Freund in eine Unterhaltung vertieft auf einer Mauer, als sich von hinten zwei Beamten nähern. Während die Polizistin die beiden Personen förmlich anspricht: „Guten Tag, Polizei NRW“, baut ihr Kollege neben den beiden einen großen Kassettenrekorder oder neudeutsch „Gettoblaster“ auf und startet die Musik.

 „Eins, Zwei, Drei“, und dann beginnt die Sprechgesangsdarbietung der Beamten . Mit Hip Hop-Gesten untermalt beginnen die beiden Polizisten eine der beiden Personen anzurappen und es klärt sich auf, dass „Torben“ sich bei der Polizei beworben hat und angenommen wurde. „Okay, Torben, alter Checker, Du hattest Dich beworben. Torben, ja Du warst so frei“, beginnt der Polizist und seine Kollegin ergänzt im Sprechgesang: „Kollege halt Dich fest, denn Du bist jetzt mit dabei. Mit sofortiger Wirkung bist Du bei der Polizei!“

Die Worte legen sich über die Musik, doch es klingt fremd und das rhythmische Kopfnicken zum Beat durch Torben wirkt eher verstört denn zustimmend.

Und auch die Anlehnung an populäre Hip-Hop-Nummern der 90er Jahre, wie „Hip Hop Hooray“ der US-Hip Hop Formation Naughty by Nature wirken in diesem Zusammenhang ziemlich fehlplatziert.

Immerhin warten die Polizisten am Ende Ihrer Darbietung nicht auf Applaus oder Entlohnung, sondern verabschieden sich nach ihrer Performance mit einem angenehm nüchternen „Guten Tag noch!“. Anschließend und ohne ein weiteres Wort verlassen sie die Szenerie.

Allerdings kann man den beiden Beamten auch im dritten Spot im YouTube-Kanal wieder begegnen.

 In einer Straßenbahn irgendwo in NRW sitzt „Mirko“ und liest. Als sich vor ihm die beiden, wohlbekannten Polizisten aufbauen. Mit einem lang gezogenen „Mirko“ sprechen die beiden den überraschend schauenden Jugendlichen an und beginnen direkt zu singen: „Der Mirko wollt´ zur Polizei, hat sich bei uns beworben. Fiderallala, Fiderallala, Fiderallalala“ . Besonders als der männliche Beamte alle anwesenden Mitfahrer auffordert ‚Und jetzt alle!‘ gibt es kein Halten mehr und tatsächlich stimmen die übrigen Fahrgäste mit ein.

Beide Spots schließen übrigens mit dem Slogan „Polizei NRW - bereit, wenn Du es bist!“ Das kann man so stehen lassen.

Die Kommentare unter den Videos schwanken zwischen Ungläubigkeit und Häme. Ein Nutzer schreibt exemplarisch: „Kann man eigentlich dem Verantwortlichen für solch ein Verbrechen an der Menschheit den Beamtenstatus aberkennen?“