TV-Programm am Montag Drama: Julia Koschitz als Powerfrau, die MS bekommt

Von Susanne Haverkamp | 25.08.2019, 12:38 Uhr

Eine junge Frau, die in Beruf und Familie in der Verantwortung steht bekommt die Diagnose "Multiple Sklerose". Wie gehen sie und ihre Familie damit um? Sehenswertes Drama mit Julia Koschitz.

Fernsehdramen über schwere Krankheiten sind nicht selten. Alzheimer, Leukämie, Herz, Krebs – alles schon gesehen. Jetzt also Multiple Sklerose, MS, eine fortschreitende Nervenerkrankung, die oft über den Rollstuhl in den Tod führt.

Marie (Julia Koschitz) bekommt diese Krankheit: Ehefrau, Mutter eines kleinen Sohnes, Architektin – die Hauptverdienerin der Familie. Marie versucht es erst mit Optimismus. „Ich hab noch immer alles geschafft. Wird schon.“ Doch die Krankheit verläuft schwer. Die Schübe häufen sich, die Ausfälle auch. Ihre Eltern und ihr Mann Axel (David Rott), ein Musiker, sind vor allem rücksichtsvoll: Alles wird von Marie ferngehalten, heimlich planen sie schon den rollstuhlgerechten Umbau des Elternhauses. Nur Schwester Kerstin (Franziska Weisz) ist genervt: Schon wieder dreht sich alles nur um Marie.

Dem Film gelingt ein Balanceakt: Die Schwere der Krankheit - die allerdings untypisch schnell verläuft - und die Konsequenzen für die Familie werden nicht kleingeredet. Und trotzdem ist er an keiner Stelle weinerlich. Julia Koschitz spielt die selbstbestimmte Powerfrau, die an ihre Grenzen gerät und Hilfe braucht, sehr glaubwürdig: ihren Kummer und ihren Optimismus, die Tränen und den Tanz. Den weiten Weg vom Ignorieren der Krankheit bis zum Leben mit der Krankheit. Sehenswert.

Fünf von sechs Punkten

Balanceakt. Am 26. August 2019, um 20.15 Uhr im ZDF