Sonntag letzter Fall für „Kopper“ Tatort-Schauspieler schimpft über schwache Drehbücher beim SWR

Von Joachim Schmitz | 05.01.2018, 13:25 Uhr

Osnabrück. Schauspieler Andreas Hoppe (57), der am Sonntag nach 21 Jahren seinen letzten Auftritt als Mario Kopper im „Tatort“ aus Ludwigshafen absolviert, macht für sein Ausscheiden schwache Drehbücher und die für den Krimi zuständige Redaktion beim Südwestrundfunk (SWR) verantwortlich.

„Bei den Büchern, die wir teilweise hatten, konnte man nur staunen, was da überhaupt noch rausgekommen ist. Das war wirklich unser Verdienst“, sagte Hoppe im Gespräch mit unserer Redaktion. Teilweise sei es „echt quälend“ gewesen, klagte der 57-Jährige: „Wir haben viel diskutiert und waren richtig unglücklich mit manchen Büchern.“

Alle Versuche, daran etwas zu ändern, seien ins Leere gelaufen, sagte der Schauspieler weiter: „Ulrike Folkerts und ich haben hart darum gekämpft, immer wieder Vorschläge gemacht, Ideen eingebracht, aber es hat sich einfach nichts verändert. Stattdessen haben wir in teilweise erstaunte und leere Gesichter geguckt.“ Und die Kommissare hätten in den Filmen ein ums andere Mal Verdächtige nach ihrem Alibi fragen müssen.

Blöde Zuschauer?

Das, so Hoppe, sei der Unterschied zu vielen skandinavischen Krimis, die er toll finde: „Man muss nicht immer alles erklären, als ob der Zuschauer blöd wäre. Aber man kann den Zuschauer natürlich blöd machen, wenn man ständig alles erklärt und zerredet. Gute Filme funktionieren nicht nur über die Texte, sondern ganz viel über die Atmosphäre.“

Die Jahre, „in denen so rumgeeiert wurde“, seien schlimm für ihn gewesen, sagte Hoppe: „Ich bin ja am Ende manchmal nur ab und zu durchs Bild gelaufen und hatte gar nichts mehr zu tun, hatte aber andere Filme dafür abgesagt. Das hat wehgetan.“ (Hier gibt‘s das komplette Interview mit Andreas Hoppe) 

 Das Erste zeigt den Tatort „Kopper“ am Sonntag, 7. Januar, um 20.15 Uhr.