Auf fahrradjaeger.de Jeder kann zum Jäger werden: Gestohlene Fahrräder werden im Internet gesucht und gefunden

Von Martina Grothe | 21.11.2012, 13:53 Uhr

Oft wird eine gute Idee aus der Not heraus geboren. So war es auch bei Martin Jäger, Steffi Wulf und Anton Marcuse: Sie sind die Fahrradjäger. Mit ihrer Internetplattform fahrradjaeger.de helfen sie, gestohlene Räder wiederzufinden.

Nach drei Studienjahren in Rostock blickte der 26-jährige Geschäftsführer Jäger auf vier gestohlene Fahrräder zurück, die er nie wiedersah. Die Versicherung zahlte nicht, die Anzeigen bei der Polizei und die Suche auf eigene Faust blieben erfolglos. Irgendwas musste passieren – und so entstand die kostenlose Internetplattform.

Hier kann sich jeder registrieren, der sich vorsorglich absichern will, ein Fahrrad vermisst oder eins gefunden hat. Bislang finanziert sich die Plattform durch den Verkauf von Sicherheitsaufklebern. „Dadurch werden aber gerade unsere laufenden Kosten gedeckt“, sagt Jäger. Der Student und seine Mitstreiter können noch nicht von den Einnahmen der Plattform leben. Das soll sich aber Anfang nächsten Jahres ändern. „Wir hoffen darauf, Geschäftspartner ins Boot zu holen, mehr kann ich aber noch nicht verraten“, so Jäger.

Die Plattform ist mit der Diebstahldatenbank der Polizei Rostock verknüpft. Dieses Konzept soll demnächst deutschlandweit greifen. Bisher sind über 1300 Radler auf fahrradjaeger.de angemeldet, und etwa 21 Fahrräder sind wieder aufgetaucht.

In unserer Region sind auf der Plattform derzeit zwei Räder als vermisst gemeldet. Beide Bestohlenen loben einen hohen Finderlohn aus – es lohnt sich also, die Augen offen zu halten.

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