Anspielung auf Gina-Lisa Lohfink? Werberat rüffelt Wiesenhof: Atze-Schröder-Spot entwürdigend

Von Sven Kienscherf, Sven Kienscherf | 28.06.2016, 14:54 Uhr

Der Werberat hat eine Beanstandung gegen den Wiesenhof-Spot mit Atze Schröder ausgesprochen. Das Gremium kritisierte den Clip als entwürdigend und diskriminierend.

Aus der Bevölkerung habe es binnen zwei Tagen 1000 Beschwerden gegen den Spot gegeben. In dem Clip bewirbt Comedian Atze Schröder die „größte Wurst des Sommers“. Zweideutig spielt der Comedian auf das Thema Größe an. „Danach müssen Gina und Lisa erst mal in die Traumatherapie“, sagt Schröder.

Gina Lisa Lohfink steht derzeit in einem Verfahren vor Gericht , in dem es unter anderem darum geht, ob sie vor vier Jahren von zwei Männern vergewaltigt worden ist oder diese zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigt hat.

Zwar hat Wiesenhof den Spot nach Protesten bereits zurückgezogen. Dennoch habe sich der Werberat aufgrund der Schwere der Vorwürfe veranlasst gesehen, den Fall aufzugreifen, heißt es in einer Pressemitteilung des Werberats.

Entschuldigung von Atze Schröder

„Der Wiesenhof-Spot ist ein sehr deutlicher Fehlgriff, den das Gremium klar beanstandet hat“, sagte Julia Busse, Geschäftsführerin des Deutschen Werberats. Sicher habe das Unternehmen mit der sofortigen Aussetzung des Spots rasch und richtig reagiert, trotzdem müsse es sich die Frage stellen lassen, warum das Video überhaupt in dieser Form gedreht wurde.

Atze Schröder hatte sich für den Spot entschuldigt. Der Spot hätte niemals veröffentlicht werden dürfen, postete er auf seiner Facebook-Seite.

Werder Bremen hatte sich ebenfalls verärgert über den Spot gezeigt. Wiesenhof ist Hauptsponsor des Vereins. Zuletzt war Jan Delay aufgrund des Spots als Werder-Botschafter zurückgetreten.