40.000 Abrufe für Saubermann 007 Rentner-Rap „Hundekacke“ wird YouTube-Hit

Von Daniel Benedict | 13.07.2014, 10:15 Uhr

Das Thema ist hässlich, die Musik GEMA-frei – und trotzdem hat der YouTube-Star Saubermann 007 mit seinem Rap „Hundekacke“ einen echten Publikumserfolg gelandet.

„Hey, Alter, ich sag dir mal: Die Wahrheit ist schwer zu ertragen, trotzdem muss ich sie dir mal sagen! Von Garmisch bis Kiel gibt‘s Hundekot viel zu viel. Das muss sich ändern. Das ist hier mein Ziel.“ Mit diesen Reimen beginnt „Hundekacke“, ein Rap-Song, der in vier Wochen über 40.000 Mal auf YouTube angesehen wurde. Und das trotz der GEMA-freien Monotonie der Hintergrund-Musik, trotz der erschreckenden Länge von über acht Minuten und trotz des hässlichen Themas.

Saubermann 007 greift durch

Der YouTube-Star dahinter nennt sich Saubermann 007. Bürgerlich heißt er Manfred Gresens, ist 80 Jahre alt, wohnt in Berlin und ärgert sich über die Hundehaufen seiner Stadt. Er weiß, wovon er rappt, denn er hat jeden einzelnen Haufen fotografiert. Die „Berliner Pralinen“ (O-Ton Gresens) präsentiert er nun als Bildergalerie zum Song, statt eines Videos. Seine drastischen Worte haben ein ziviles Anliegen: Gresens schimpft nicht nur, er appelliert auch an die Verwaltung durchzugreifen. Eine Website mit Maßnahmenkatalog komplettiert seine digitale Kampagne, die sich auch gegen wilden Sperrmüll, Vandalismus und illegales Plakatieren richtet.

Muss es denn wirklich „Kacke“ heißen?

Dem „Tagesspiegel“ hat Gresens inzwischen ein ein Interview gegeben, in dem er sein Video erläutert. Warum ein Rap? „Um einen Schlager zu machen, müsste ich ja singen können.“ Und wieso diese raue Sprache? Gresens hat sich informiert: Rap-Songs sind so; außerdem gibt ihm der Erfolg recht: Unter dem Namen „Hundekot“ ist sein Song nicht geklickt worden. Musikalisch, sagt Gresens im „Tagesspiegel“ hätte er sich selbst etwas Besseres gewünscht; leider habe Bushido seine Anfrage zum Mitsingen nie beantwortet. Geduld! Das kommt sicher noch.

Mehr Saubermann 007 auf YouTube

Gresens macht weiter. In einem weiteren Rap setzt er sich gegen Vandalismus an Straßenbäumen ein. („Warum schälst du ihn wie eine Gurke, was bist du doch für ein Schurke!“) Vor einer Woche hat der Rentner außerdem das Video „Hundekacke 2“ veröffentlicht. Das Rappen ist ihm darin vergangen. In einer schlichten Erklärung wehrt er sich nun gegen Kritiker, die ihn als Hundehasser beschimpfen. Dazu sagt Gresens: Auch er hatte mal Hunde, einen Cockerspaniel und einen nicht schussfesten, daher ausgemusterten Polizei-Schäferhund. Er mag Hunde, nur die Haufen mag er nicht.