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09.10.2018, 13:32 Uhr KOMMENTAR ZU WERDER BREMEN

Kein Fußball für die AfD: Ganz schlechte Idee!

Kommentar von Stefanie Witte

Das Werder-Stadion: Sind AfD-Fans hier künftig unerwünscht? Foto: Witters/Frank PetersDas Werder-Stadion: Sind AfD-Fans hier künftig unerwünscht? Foto: Witters/Frank Peters

Osnabrück. Wie immer beim Thema AfD lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten, das Gesamtbild zu betrachten und tief durchzuatmen: Die Schlagzeile „Werder Bremen erwägt Dauerkarten-Entzug für AfD-Anhänger“ ist mindestens missverständlich. Denn hier geht es aktuell nur um einen einzigen Fan und den persönlichen Feldzug des Werder-Präsidenten. Das Problem: Immer mehr Menschen sehen es wie der Werder-Präsident.

Da sind zum Beispiel Aktionen wie „Kein Kölsch für Nazis“, die sich in Köln gegen die AfD richtete, oder „Kein Bier für die AfD“ in Berlin, die ebenso wie die Werder-Geschichte viel Zuspruch finden.

Ihre Methoden sind aber nicht besser als die der AfD, die Schüler aufruft, Lehrer zu denunzieren. Es ist nicht nur unsozial, den missliebigen Haltungen einer 17-Prozent-Partei mit dem Ausschluss ihrer Sympathisanten zu begegnen. Es ist kontraproduktiv. Denn Menschen, die sich sowieso schon als unverstanden betrachten, werden sich nicht nur in einer Opferrolle fühlen, sie wären es dann. Und mal ehrlich: Wie sollte eine entsprechende Gesinnungsprüfung, die nichts mit einem Rechtsstaat zu tun hat, eigentlich aussehen?

Am Ende können sich diejenigen, die ausgrenzen, zwar auf die Schultern klopfen. Das Problem haben sie aber verschlimmert.


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