Zum Welthospiztag Patientenschützer: Mehr Unterstützung für Sterbende in Pflegeheimen

Von Melanie Heike Schmidt | 08.10.2016, 07:00 Uhr

Anlässlich des Welthospiztags an diesem Samstag fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine bessere finanzielle Unterstützung der in Pflegeheimen sterbenden Menschen. Das sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

In dem Gespräch anlässlich des Welthospiztags an diesem Samstag sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch: „Die Pflegeheime sind heute mehr denn je Orte des Sterbens. Aber die gesetzlichen Hospizangebote erreichen die Sterbenden dort nicht.“ Daran habe sich auch ein Jahr nach dem großen Hospiz- und Palliativgesetz nichts geändert, kritisierte Brysch. „In den 13.000 Pflegeheimen gibt es keinen Euro mehr, um eigene professionelle Palliativteams vorzuhalten – und das, obwohl dort jedes Jahr mehr als 200.000 Menschen mit hospizlichem und palliativem Bedarf sterben“, sagte der Patientenschützer. Damit läge in Pflegeheimen die Zahl der Sterbenden fast zehnmal höher als in den Hospizen, wo im Jahr rund 25.000 Menschen sterben, so Brysch.

„8000 Euro für jeden Sterbenden mit Palliativbedarf“

Konkret fordert der Patientenschützer „8000 Euro monatlich für jeden Sterbenden mit Palliativbedarf“ in einem Heim. „Genau diesen Betrag erhalten auch stationäre Hospize. Das sind rund 6500 Euro mehr als derzeit für diese Sterbenden gezahlt wird.“

Zahlen steigen an

Und die Lage spitze sich zu: „Es sterben nicht nur Jahr für Jahr immer mehr Menschen in Pflegeheimen, auch die Zeit, die die Bewohner bis zu Ihrem Tod im Pflegeheim leben, wird immer kürzer.“ Auf diese Herausforderung habe der Gesetzgeber bisher keine Antwort gegeben.

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