Wochenenden stark betroffen Düstere Stauprognose des ADAC für die Ferien

Von Robin Fehrenbach | 25.06.2013, 04:15 Uhr

Zum Auftakt der Sommerferien in Niedersachsen an diesem Donnerstag sollten sich Autoreisende, die in den Urlaub aufbrechen, auf dichten Verkehr auf den Autobahnen einstellen.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung sagte ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker , die Prognose hänge mit den eine Woche zuvor gestarteten Ferien in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zusammen. Die „richtig heißen Wochenenden mit langen Staus und Wartezeiten“ würden die ADAC-Experten ab Mitte Juli bis weit in den August hinein erwarten, fügte Becker hinzu.

Wer Richtung Nord- und Ostsee unterwegs sei, müsse im Großraum Hamburg mit Behinderungen rechnen, kündigte der ADAC-Vizepräsident an. Verkehrsprobleme erwarte der größte deutsche Automobil-Club aber auch vor den Autobahnkreuzen bei Bremen, Lübeck und Rostock.

Alle Autofahrer, die sich in den Süden aufmachten, müssten auf der A3 Frankfurt–Nürnberg, der A8 Stuttgart–München–Salzburg und auf dem Autobahnring rund um München mit teils längeren Staus rechnen, sagte Becker. Die Autobahnmeistereien würden sich zwar bemühen, während der Hauptreisezeit Bauarbeiten ruhen zu lassen und damit die Behinderungen für die Urlauber zu reduzieren. Vielfach sei dies aber nicht möglich, zum Beispiel beim sechsspurigen Ausbau der A8 zwischen Ulm und Augsburg oder bei der Baustelle am Kreuz Hannover-Ost, wo die A2 und die A7 zusammenträfen.

Günstige Reisetage

„Rechtzeitige Planung und Vorbereitung sind das A und O“, riet Becker den Autofahrern. Günstige Reisetage seien Dienstag und Mittwoch, am vollsten sei es Freitag und Samstag. Der ADAC-Repräsentant ergänzte, dass man immer auch aktuelle Straßenkarten mitführen sollte, um notfalls geeignete Ausweichrouten zu finden. „Wichtig ist zudem, ausgeruht zu starten und sich öfter mal eine Pause zu gönnen. Dies gilt ganz besonders, wenn Kinder im Auto mitfahren“, sagte er. Snacks, kühle Getränke und Spiele für Kinder sollten ebenfalls mitgenommen werden.

„Rumpelrepublik„

Becker kritisierte darüber hinaus die verantwortlichen Verkehrspolitiker auf Bundes- und Länderebene, was den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland angeht. „Leider hat die Politik viel zu lange nicht wahrhaben wollen, dass man mehr für Straßen und Brücken tun muss“, sagte der Verkehrsexperte. „Die für den Straßenverkehr wichtigsten Verkehrswege – und das sind in erster Linie die Autobahnen – müssen erhalten und bei Bedarf ausgebaut werden.“

Becker forderte, der Jahresetat für die Fernstraßeninvestitionen von heute rund fünf Milliarden Euro müsse auf mindestens 7,5 Milliarden Euro aufgestockt werden, wenn Deutschland die nicht eben schmeichelhafte Bezeichnung „Rumpelrepublik“ wieder loswerden solle. Das dafür benötigte Geld komme schon heute von den Autofahrern. „Sie bezahlen über Steuern und Abgaben pro Jahr 53 Milliarden Euro, doch nur ein Bruchteil wird hierfür wieder in unsere Straßen investiert“, kritisierte Becker.