Wie vor 1933 Forsa-Chef Güllner vergleicht AfD mit Aufstieg der NSDAP

Von Burkhard Ewert | 20.03.2018, 08:30 Uhr

Der Gründer und Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, hat die Entwicklung der AfD mit dem einstigen Aufstieg der NSDAP verglichen.

Bei einer Podiumsdiskussion der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Manfred Güllner am Montagabend, die AfD habe bei ihrem Wahlerfolg und dem Einzug in den Bundestag im wesentlichen „im Lager eines antidemokratischen Segments der Dauer-Nichtwähler Stimmen geholt“. Dies sei eine „bedenkliche Parallele zur Entwicklung der NSDAP“ in der letzten Zeit ihres Stimmenanstiegs in den Jahren vor 1933. (Weiterlesen: NOZ-Agenda-Abend zeigt: Die SPD ringt um ihre Mitte) 

Damals war der Aufstieg der Hitler-Partei wie auch der der AfD in jüngster Zeit nur zu einem gewissen Anteil auf übergelaufene Anhänger der etablierten Parteien zurückzuführen. Vielmehr hätte ein bis dahin nicht politisch repräsentiertes Protestklientel einer neuen, radikalen Partei zu Mandaten in beträchtlicher Größenordnung verholfen.

Gemäß der Analyse sind diese Wähler durch die übrigen Parteien auch kaum zurückzugewinnen, weil sie diese auch zuvor nicht gewählt haben. Güllner betonte zudem, dass der Vertrauensverlust beider großer Volksparteien deutlich messbar bereits vor dem Aufstieg der AfD begonnen habe und daher mit diesem nur bedingt in Verbindung zu bringen sei. (Weiterlesen: Müntefering und Weil warnen SPD vor Linkskurs)