Wachpolizei De Maizières gefährlicher Schuss aus der Hüfte

Meinung – Uwe Westdörp | 16.06.2016, 19:47 Uhr

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist mit seinem Vorstoß zum Einsatz von Wachpolizisten auf breite Ablehnung gestoßen. Die Kritiker monieren zu Recht, dass billige Hilfssheriffs keine Lösung sind. Ein Kommentar.

Hat Thomas de Maizière etwa zu viele Westernfilme gesehen? Weil die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt, will er die Polizei durch bewaffnete Hilfssheriffs verstärken , so genannte Wachpolizisten. Das ist gefährlich und hilflos zugleich. Und es ist ein durchsichtiger Versuch, das Thema innere Sicherheit zu besetzen und so der rechtspopulistischen AfD Wähler abzujagen.

Ob dies gelingt, ist allerdings zweifelhaft. Denn viele Bürger dürften sich nicht etwa sicherer fühlen. sondern unsicherer, wenn vermehrt Polizisten Streife gehen, die nur eine Schmalspurausbildung genossen haben, aber trotzdem mit scharfen Waffen ausgerüstet sind.

Nein, mit solchen Schnellschüssen aus der Hüfte trägt de Maizière nicht zur Lösung der Probleme bei. Statt die Ausbildung regulärer Polizisten zu forcieren, mehr Stellen zu schaffen, die Polizei besser auszustatten und sie enger zu vernetzen, setzt der Innenminister auf Billigkräfte mit weniger Befugnissen und Durchgriffsrechten – welch ein Etikettenschwindel.

Bedenklich ist auch der Vorschlag des Ministers, Straßenkreuzungen in Einfamilienhaussiedlungen mit Videokameras überwachen zu lassen. Einbrecher werden das Blickfeld zu meiden wissen, unbescholtene Bürger geraten unter Dauerbeobachtung. Das ist grober Unfug.