Vor NATO-Tagung EU verurteilt Abschuss von türkischem Jet durch Syrien

26.06.2012, 05:28 Uhr

Die EU hat den Abschuss eines türkischen Kampfjets durch Syriens Luftwaffe als „nicht hinnehmbar“ verurteilt und zu einer unabhängigen Untersuchung aufgerufen. Der CDU-Politiker Polenz warnt: „Nicht noch Öl ins Feuer gießen.“

löh/dapd/Reuters Luxemburg/Osnabrück.Der Vorfall müsse „gründlich und vordringlich“ untersucht werden, erklärten die EU-Außenminister gestern in Luxemburg.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), forderte die Bündnistreue unter den NATO-Staaten ein und warnte vor einem Flächenbrand in der Region. In einem Gespräch mit unserer Zeitung sagte er: „Keiner der Beteiligten darf jetzt noch Öl ins Feuer gießen. Aber die NATO muss den unverhältnismäßigen Abschuss klar verurteilen und zu ihrem Bündnispartner Türkei stehen.“ Am Dienstag tagt der NATO-Rat in Brüssel.

Polenz sagte, das Flugzeug sei offenbar ohne Warnung im internationalen Luftraum abgeschossen worden. „Besonders brisant wird der Fall, wenn sich herausstellen sollte, dass das Flugzeug von russischen Bodenluftraketen abgeschossen worden ist“, sagte er. „Die UN sollten den Vorfall aufklären, damit er nicht weiter eskaliert.“

Unter dem wachsenden internationalen Druck auf Syrien kehren immer mehr ranghohe Militärs der Armee von Präsident Baschar al-Assad den Rücken, inzwischen sind es 13 Generäle. Allein gestern setzten sich ein General und zwei Oberste mit Dutzenden weiteren Soldaten in die Türkei ab, wie das türkische Staatsfernsehen berichtete. Die insgesamt 39 Militärangehörigen nahmen auch ihre Familien mit über die Landesgrenze in die Türkei.