Verband: Hinschauen statt wegducken Kommunen fordern Anti-Terror-Offensive

Von Beate Tenfelde | 22.01.2015, 05:32 Uhr

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat eine Offensive vorgeschlagen, um die Rekrutierung islamistischer Terroristen in Deutschland zu verhindern.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg, vorbeugende Anti-Terror-Maßnahmen müssten neben strafrechtlicher Verfolgung deutlich verstärkt werden. Er befürwortete Informationsplattformen im Netz und Aussteigerprogramme für gewaltbereite „Gotteskrieger“, die nach Deutschland zurückkehren. Diese Programme sollten Bund, Länder und Kommunen gemeinsam entwickeln. Die umfassenden Erfahrungen aus dem Kampf gegen Rechtsextremisten könnten dabei eine wichtige Hilfe sein, betonte Landsberg. Gerade weil islamistische Terrormilizen Nachwuchs aus Europa weitgehend über soziale Netzwerke oder eigene Internetseiten ansprächen, sei das Internet die richtige Plattform, um gegenzusteuern.

Nach dem Prinzip „Hinschauen statt wegducken“ will der kommunale Verband die Zivilgesellschaft für die Prävention gegen Extremismus sensibilisieren und auf mögliche Radikalisierung junger Menschen in ihrem Umfeld aufmerksam machen. Eltern, Freunde, Schulen, Vereine, Arbeitgeber und örtliche Moscheen seien hier besonders angesprochen, sagte Landsberg.

„Es geht darum, zu erkennen und zu handeln, wenn ein junger Mensch sich plötzlich verändert.“ Dazu müsse ein dichtes Netz von Beratungsstellen aufgebaut werden. „Gleichzeitig ist ein intensiver Erfahrungsaustausch zwischen den Kommunen, Sicherheitsbehörden sowie Religionsgemeinschaften zur Bekämpfung ausländerfeindlicher Tendenzen unverzichtbar“, betonte Landsberg. Er sprach sich neben verstärkter Aufklärungsarbeit auch für den Ausbau staatlich kontrollierten Islamunterrichts aus.