Unterschiedliche Interessen Klimagipfel in Paris: Das sind die zentralen Streitpunkte

Von dpa | 09.12.2015, 21:54 Uhr

Auf dem Klimagipfel sollen sich 196 Teilnehmer einigen, die äußerst verschiedene wirtschaftliche Interessen, Traditionen und Staatsformen haben. Dies soll dennoch einstimmig geschehen. Das sind die Knackpunkte:

 Temperaturziel: Manche Inseln versinken schon bei einer Erderwärmung von 2 Grad Celsius oder werden zumindest unbewohnbar. Vor allem Inselstaaten fordern daher, die Erwärmung auf unter 1,5 Grad zu begrenzen. Da sich die Erde schon um rund 1 Grad erwärmt hat, dürfte bei diesem Ziel nur noch sehr wenig Kohle, Öl und Gas verbrannt werden. Die Ölstaaten befürchten, dass ihre Wirtschaft dann in die Knie gehen würde, viele Industrieländer sind auch gegen dieses Ziel.

 Finanzen: Die Industriestaaten haben versprochen, ärmeren Staaten ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu zahlen. Angesichts der nötigen Anpassung verlangen die ärmeren Staaten jedoch mehr Geld nach 2020. Die Industrieländer möchten, dass dann auch die Ölstaaten und große Schwellenländer mitzahlen. Diese wehren sich heftig und verweisen auf die „historische Verantwortung“ der Industriestaaten, die insgesamt bislang den Hauptteil der Treibhausgase ausgestoßen haben.

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 Transparenz: Alle Länder sollen klar angeben, wie sie ihre Klimaschutzziele erreichen. Doch viele ärmere Staaten haben gar kein Messsystem für alle Aktionen, andere wie China lassen sich ungern in die Karten schauen. Die Entwicklungsländer wiederum fordern Transparenz bei den Finanzzusagen reicher Staaten - das Geld soll etwa zusätzlich zur Entwicklungshilfe kommen.

 Klimaschutzziele: Die vorgelegten Klimaschutzziele müssen noch verschärft werden, um die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen. Deutschland und die EU möchten ein strenges Überprüfungssystem. Andere Länder meinen, nun schon genug mit der Ausarbeitung ihres Klimaziels getan zu haben, und möchten sich nicht für weitere verpflichten oder eben nur freiwillige Zusagen machen.

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