Wattenmeer-Konferenz in Wilhelmshaven Umweltministerin Lemke will Gasförderung vor Borkum stoppen

Von Tobias Schmidt | 28.11.2022, 13:38 Uhr

Umweltministerin Steffi Lemke hofft vor der Wattenmeer-Konferenz auf ein Aus der niederländischen Gasförderpläne vor Borkum: „Am besten wäre es, das Projekt zu stoppen.“

Bundesumweltministerin Steffi Lemke will die Niederlande von einem neuen Gasförderprojekt in der Nordsee abbringen. „Am besten wäre es, das Gasförderprojekt zu stoppen“, sagte die Grünen-Politikerin im Interview mit unserer Redaktion. Sie bezog sich auf Pläne des niederländischen Unternehmens One-Dyas, aus einem Feld zwischen der niederländischen Insel Schiermonnikoog und der ostfriesischen Insel Borkum Gas zu fördern.

„Es geht nicht an, dass das wertvolle Ökosystem Wattenmeer geschädigt und sein UNESCO-Status aufs Spiel gesetzt wird, um für einige wenige Jahre Erdgas zu fördern“, begründete Lemke ihren Widerstand. „Diese Bedrohung sehe ich.“

Wenn ein Stopp des Projektes „wegen des gewaltigen Drucks durch die Energiekrise“ nicht mehr gelinge, „dann muss ohne Wenn und Aber Tag und Nacht gewährleistet sein, dass der Schutz des Wattenmeeres Vorrang hat“, forderte die Grünen-Politikerin. „Ich hoffe auf ein eindeutiges Bekenntnis der Niederlande, dass der Wattenmeerschutz garantiert wird.“

„Tragen eine große Verantwortung“

Vertreter von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden treffen sich am Dienstag in Wilhelmshaven zur Wattenmeerkonferenz, den Vorsitz hat Deutschland. „Als Gastgeberin ist mein Ziel: Das Dreiländertreffen muss das klare Signal senden, dass das Wattenmeer ein extrem wichtiges, hoch sensibles, aber auch wunderbares Ökosystem ist, das wir unbedingt schützen und bewahren müssen“, sagte Lemke. „Es darf nicht passieren, dass kurzfristige und kurzsichtige Entscheidungen den Status als Weltnaturerbe gefährden. Wir setzen hier das um, was wir international immer einfordern und tragen eine große Verantwortung.“

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