Kommentar Trumps Dominanzstreben im Weltraum kennt vor allem einen Gewinner

Meinung – Thomas Ludwig | 30.08.2019, 16:33 Uhr

Mit einem neuen Führungskommando treibt Washington die Pläne zur Schaffung einer eigenen Streitkraft für den Weltraum voran. Die Rüstungsindustrie darf sich freuen.

Zu Wasser, zu Lande, in der Luft – allein dort die unübertroffenen Macht zu beanspruchen, reicht US-Präsident Donald Trump nicht mehr. Auch in der Schwerelosigkeit soll die Kampfkraft des US-Militärs ohnegleichen sein.

Dabei treibt nicht die Angst vor Außerirdischen, den obersten Befehlshaber der Streitkräfte um. Es sind die – ihm sicher ähnlich fremd scheinenden – Russen und Chinesen. Diese könnten es, so Trumps Sorge, auf die Satelliten und Navigationssysteme abgesehen haben, die die Sicherheit der USA garantieren – unter anderem.

Tatsächlich werden Bedrohungen aus dem Weltraum künftig nicht kleiner sondern größer. Das legt die Entwicklung der Waffentechnik nahe. Sich darauf einzustellen und gewisse Vorsorge zu treffen, ist also nicht verkehrt – und nicht ganz neu.

Bereits 2001 kam eine vom damaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld geführte Kommission zu dem Schluss, die USA seien nicht fähig, ihre Abhängigkeit von Satelliten im Fall der Fälle zu verteidigen. Ohne Kommunikation läuft heute in Sachen Verteidigung und Kriegsführung aber gar nichts mehr.

US-Präsident Trump hat ein Händchen dafür, Bedrohungsszenarien zu entwerfen - und entsprechende Lösjungsvorschläge zu präsentieren. Im jüngsten Fall könnte sich das auswachsen zu einer Militarisierung des Weltalls. Die Rüstungsindustrie darf sich freuen. Die Welt sicherer macht es nicht.