"Hurensöhne" Trump sagt Besuch von Super-Bowl-Champion Philadelphia ab

Von dpa | 05.06.2018, 08:44 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat den Philadelphia Eagles aus der amerikanischen Profi-Football-Liga NFL eine Absage erteilt.

Wie das Weiße Haus am Montag (Ortszeit) offiziell mitteilte, wird der Super-Bowl-Sieger nicht wie sonst üblich vom Präsidenten persönlich geehrt werden. Der Mitteilung zufolge ist der Grund für die Absage, dass viele Spieler der Eagles die Teilnahme an der für Dienstag geplanten Veranstaltung verweigerten und nur eine kleine Delegation im Weißen Haus erschienen wäre. Daher sei das Treffen abgesagt worden, twitterte Trump.

Dass ein Großteil der Eagles-Spieler den Besuch im Weißen Haus ablehnen würde, war keine große Überraschung. Trump hat sich mit seinen Aussagen gegenüber NFL-Spielern, die beim Abspielen der Nationalhymne sitzen bleiben oder an der Seitenlinie knien, keine Freunde gemacht. "Während des Abspielens der Nationalhymne im Umkleideraum zu bleiben ist ebenso respektlos unseren Land gegenüber wie das Knien (während der Hymne). Tut mir leid!", legte Trump auf Twitter zu der Absage nach.

Beschimpft und Entlassung gefordert

Trump hatte diese Spieler sogar als "Huren-Söhne" bezeichnet, die entlassen werden sollten. Eagles-Fans, die beim Besuch ihres Teams im Weißen Haus dabei sein wollten, wurden eingeladen, an einer Ersatzveranstaltung im Weißen Haus teilzunehmen.

"Eine, die unser großartiges Land ehren wird, den Militär-Helden Tribut zollt und bei der laut und stolz unsere Nationalhymne gespielt wird", hieß es in der Mitteilung des Weißen Hauses.

"Du Penner" – Absagen anderer Sportler

Auch im Basketball hatten schon Spieler ein traditionelles Treffen mit Trump abgesagt. NBA-Champions Stephen Curry begründete im September diese Absage: „Indem wir handeln und nicht dort hingehen, können wir hoffentlich Veränderungen anregen, für das, was wir in diesem Land tolerieren und was wir akzeptieren", sagte der 28-Jährige: „Ich glaube nicht, dass dieser Schritt alles besser macht. Aber es ist meine Möglichkeit, Dinge anzusprechen."

Dessen diesjähriger und letztjähriger Finalgegner Superstar LeBron James schickte sogar harte, Curry unterstützende Worte hinterher. "Du Penner (...) der Besuch im Weißen Haus war eine große Ehre, bis Sie auftauchten!"