Terror in Nigeria Kampf gegen Boko Haram: Nicht nur aufs Militär setzen

Meinung – Franziska Kückmann | 29.04.2015, 18:42 Uhr

Nigeria müht sich ab im Kampf gegen die Terrorgruppe Boko Haram. Nun hat das Militär 300 Entführte befreit – doch das ist nur ein kleiner Erfolg.

Für die 300 befreiten Mädchen und Frauen ist die Rettung aus den Fängen von Boko Haram zweifelsohne ein Segen – im Kampf der nigerianischen Armee gegen die Terrorgruppe bleibt dies allerdings nur ein kleiner Erfolg. Denn auch wenn Nigeria und die betroffenen Nachbarstaaten Tschad, Kamerun und Niger sich inzwischen gemeinsam den islamistischen Terroristen entgegenstellen: Entscheidend schwächen konnten sie die Miliz bisher nicht.

In Nigeria richten sich deshalb große Erwartungen an Wahlsieger Muhammadu Buhari, der im Mai neuer Präsident wird. Der frühere General und einstige Diktator hatte im Wahlkampf ein hartes Vorgehen gegen Boko Haram angekündigt. Rhetorisch unterscheidet er sich in dieser Hinsicht wenig vom scheidenden Amtsinhaber Goodluck Jonathan. Diesem jedoch gelang es nicht, seine Ankündigungen in die Tat umzusetzen.

Buhari darf vor allem nicht den gleichen Fehler wie Jonathan begehen, den Kampf gegen Boko Haram auf militärische Mittel zu reduzieren. Nigeria braucht vor allem politische und wirtschaftliche Reformen, um radikalen Kräften den Nährboden zu entziehen und die Spaltung des Landes in einen bettelarmen Norden und einen ölreichen Süden zu überwinden. Denn solange weiterhin wenige Menschen ganz reich und viele sehr arm sind, bleibt großes Konfliktpotenzial bestehen – und die Macht von Boko Haram ungebrochen.

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