Gesamtmetall warnt Metallindustrie: Wie der Krieg die Tarifrunde beeinflussen könnte

Von Uwe Westdörp | 25.03.2022, 05:00 Uhr

Im März 2020 haben sich die Tarifparteien in der Metall- und Elektroindustrie zu Beginn der schweren Corona-Krise auf einen vorübergehenden „Tariffrieden“ verständigt. Ein Modell für die Tarifrunde im Herbst, jetzt, da der Krieg in der Ukraine für Unsicherheit sorgt?

Angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine und steigender Kosten warnen die Metallarbeitgeber davor, dass es im Herbst keine Tarifrunde in der üblichen Form geben könnte. Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf sagte unserer Redaktion: „Wir haben einen massiven Zielkonflikt, denn von steigenden Preisen sind sowohl die Beschäftigten als auch die Unternehmen betroffen. Eine solche Situation hatten wir in dieser Schärfe lange nicht. Ich bin mir deshalb nicht sicher, dass wir im September eine Tarifrunde in der gewohnten Form machen können.“

Es wäre nach den Worten von Wolf „nichts gewonnen, wenn wir im Herbst einen zusätzlichen Kostenschub vereinbaren würden und dies dann vielen Unternehmen das Genick brechen würde“. Er warnte: „Wenn dieser Krieg noch ein paar Monate weitergeht, dann haben wir eine Situation, die deutlich dramatischer ist als die im März 2020 durch Corona.“

Im März 2020 hatten die Tarifpartnern in der Metall- und Elektro-Industrie nach einer von der Corona-Krise geprägten Tarifrunde ohne Streikphase und klassische Verhandlungsrunden einen Kompromiss gefunden, der „Tariffrieden“ bis Ende 2020 vorsah. Der zum 31. März 2020 gekündigte Entgelt-Tarifvertrag wurde ohne eine Erhöhung der Tabellenentgelte unverändert wieder in Kraft gesetzt – mit einer Mindestlaufzeit bis zum 31. Dezember 2020.

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