Studie zum Betreuungsgeld Erhebung zu Kleinkind-Familien überrascht nicht

Meinung – Christof Haverkamp | 27.07.2014, 20:51 Uhr

Das vor einem Jahr eingeführte Betreuungsgeld hält viele Migrantenfamilien und bildungsferne Eltern offensichtlich davon ab, ihre Kleinkinder in eine Kita zu schicken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von mehr als 100 000 Eltern mit Kindern unter drei Jahren durch das Deutsche Jugendinstitut und die Universität Dortmund. Dazu ein Kommentar

Es bleibt alles, wie es ist: Die Kritiker des als „Herdprämie“ heftig diffamierten Betreuungsgeldes werden sich durch die jüngste Studie des Deutschen Jugendinstituts voll und ganz bestätigt fühlen – und gleichzeitig bleiben die Befürworter, vor allem in der CSU, von der Sinnhaftigkeit dieses familienpolitischen Instruments überzeugt.

Beide Seiten dürfte das Ergebnis der Untersuchung wenig überraschen, zumal das Deutsche Jugendinstitut das Betreuungsgeld bereits lange vor Beginn der Studie vehement abgelehnt hat. Kann es sein, dass diese ablehnende Haltung das wissenschaftliche Ergebnis beeinflusst hat?

Überraschender als die Erhebung sind ohnehin jüngste Zahlen zum Betreuungsgeld: Demnach haben es nach Schätzungen inzwischen rund 300000 Familien mit Kleinkind beantragt – weit mehr, als angesichts des schleppenden Starts lange angenommen wurde.

Die Gründe, warum ein Antrag auf Betreuungsgeld gestellt wird, sind vielfältiger, als oft vermutet wird. Zum einen gibt es den Wunsch, das ein- oder zweijährige Kind in einer wichtigen Lebensphase selbst zu betreuen. Doch nicht zu unterschätzen ist eine flexible Betreuung. Denn das Geld kann auch teilweise für die Bezahlung von Au-pairs, private Tagesmutter, Kinderfrau oder einer privaten Krippe eingesetzt werden.

Nichts gegen die wertvolle Arbeit in Kitas. Doch wer behauptet, einzig und allein dort werde frühkindliche Bildung für unter Dreijährige geleistet, greift zu kurz.