Stimmt‘s eigentlich? „Arbeitslosenstatistiken ein Beispiel für gezielte Desinformation“

Von Stefanie Witte | 31.03.2017, 20:03 Uhr

Wenn die Arbeitsagentur ihre monatliche Statistik veröffentlicht, haben viele Bürger ein ungutes Gefühl. Hört man nicht immer wieder, dass die Politik die Zahl absichtlich schönt?

Die nordrhein-westfälische AfD nannte die Statistik kürzlich sogar „ein Beispiel für gezielte Desinformation der Bürger“. In Wirklichkeit würden hunderttausende Menschen ohne Arbeit statistisch gar nicht erfasst. Diese Aussage ist falsch. Beispiel März: Für den vergangenen Monat sprach die Arbeitsagentur von 2,66 Millionen Arbeitslosen.

Es stimmt – in dieser Zahl sind nicht alle Menschen enthalten, die keinen Job hatten. Wer an einem Bewerbungstraining teilnimmt, einen Ein-Euro-Job hat oder sich beruflich fortbildet, zählt nicht für die Quote. Allerdings werden diese Menschen sehr wohl erfasst.

Die Daten veröffentlicht die Arbeitsagentur jeden Monat unter dem Stichwort „Unterbeschäftigung“ – im März waren das rund 3,69 Millionen Menschen, also etwa eine Million mehr. Unzulässige Tricksereien lassen sich der Agentur jedoch nicht vorwerfen. Im internationalen Vergleich sind die deutschen Kriterien für Arbeitslosigkeit relativ weit gefasst.

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