Steinmeier ruft zu Verständigung auf Außenminister: Eskalationspotenzial in Libyen

Von Beate Tenfelde | 21.05.2014, 06:31 Uhr

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich angesichts der neuerlichen Gewalt in Libyen besorgt über das „Eskalationspotenzial“ in dem nordafrikanischen Land geäußert.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung nannte Steinmeier die Lage in Tripolis und Bengasi höchst angespannt. Ein Abdriften Libyens in noch mehr Gewalt und Chaos könne nur durch eine Verständigung aller politischen Kräfte über die Zukunft des Landes gelingen. „Die Gewalt muss deshalb aufhören. Dazu gehört auch Respekt vor den noch immer schwachen demokratischen Institutionen des Landes“, erklärte der Außenminister. Wie aus dem Auswärtigen Amt ist zu hören war, gibt es ständigen Kontakt mit der Botschaft in Tripolis. Die weitere Entwicklung in Libyen werde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die Botschaft sei arbeitsfähig und stehe weiter für alle Deutschen im Land als Ansprechpartner bereit, hieß es.

Dagegen erwägen die USA wegen der politischen Unruhen die Schließung ihrer Botschaft. Das berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf nicht genannte Quellen im Verteidigungsministerium. 200 Marines stünden mit mehreren Flugzeugen in Italien bereit, um jederzeit einzugreifen. In der Botschaft befänden sich etwa 200 Amerikaner.

Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im September 2012 waren der damalige US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner getötet worden.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate schlossen bereits ihre diplomatischen Vertretungen in Tripolis. Nach dem jüngsten Gewaltausbruch mit 77 Toten in Libyen kämpft die Übergangsregierung praktisch ums Überleben. Auch in Washington wachse immer mehr die Sorge vor einem Bürgerkrieg in dem nordafrikanischen Land, hieß es.

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